Rekordjahr: Zahlen und Quelle
Die Ukraine exportierte 2025 2,05 Milliarden Eier — das sind 65,6% mehr als 2024. Die Erlöse aus diesem Handel beliefen sich auf $201,9 Mio., was das 2,8‑Fache des Vorjahreswertes ist. Die Daten veröffentlichte die Verband der Geflügelzüchter der Ukraine.
Separat belief sich der Export von Eiprodukten (pasteurisierte Mischungen, Pulver usw.) auf rund 8,2 Tausend Tonnen im Wert von $47,8 Mio. — +2,6% nach Gewicht und +40,3% in Geldwert gegenüber 2024.
„Die erhebliche Reduktion der Eierproduktion in den EU‑Staaten infolge der schwierigen epizootischen Lage ... hat zu steigenden Preisen auf dem europäischen Markt geführt und die Nachfrage nach ukrainischen Produkten erhöht.“
— Verband der Geflügelzüchter der Ukraine
Wohin das ukrainische Produkt exportiert wurde
Die größten Abnehmer frischer Eier waren Spanien (16,4%), Großbritannien (11,9%), Tschechien (10,3%), Polen (10,0%), Kroatien (8,7%) und Israel (7,8%). Bei den Importeuren von Eiprodukten führten Lettland (24%), Italien (23,8%), Polen (17,2%) und Dänemark (12,6%). Insgesamt entfiel auf EU‑Länder ein Anteil von 73,4% am Eierexport und von 92,6% am Export von Eiprodukten.
Warum das für die Ukraine wichtig ist
Das ist nicht nur eine vorübergehende Nachfrage. Erstens kompensiert das Exportwachstum den innenländischen Rückgang des Verbrauchs, der mit Bevölkerungsrückgang und geringer Kaufkraft verbunden ist. Zweitens bringen Verkäufe auf dem europäischen Markt Deviseneinnahmen und sichern Arbeitsplätze im Agrarsektor — von der Farm über die Verarbeitung bis zur Logistik.
„Aufgrund des deutlichen Bevölkerungsrückgangs und der geringen Kaufkraft spielt der Export eine entscheidende Rolle bei der Balance des Inlandsmarktes und der Sicherung der Ernährungssicherheit des Landes.“
— Verband der Geflügelzüchter der Ukraine
Risiken und Chancen
Chancen: Die Ukraine stärkt ihre Handelspräsenz in der EU und erzielt Mehrwert durch den Export verarbeiteter Produkte (der Wert der Exporte von Eiprodukten steigt). Das bietet die Möglichkeit, in die Modernisierung von Verarbeitungsanlagen und in Logistik zu investieren.
Risiken: Die Nachfrage auf den europäischen Märkten bleibt anfällig gegenüber Seuchen (Vogelgrippe, Newcastle‑Krankheit) sowie gegenüber Preisschwankungen und Transportkosten. Für nachhaltiges Wachstum sind Investitionen in Biosicherheit, Zertifizierung und langfristige Verträge mit Partnern erforderlich.
Wie es weitergeht
Die Zahlen von 2025 zeigen, dass der ukrainische Sektor für Eierprodukte schnell auf regionale Schocks reagieren und eine Nische auf dem europäischen Markt besetzen kann. Damit sich die vorübergehende Nachfrage in einen dauerhaften Vorteil verwandelt, braucht es exportfördernde Politik, Investitionen in die Verarbeitung und strenge Biosicherheitsstandards.
Ob es dem Sektor gelingt, den aktuellen Impuls in eine langfristig wettbewerbsfähige Position auf dem EU‑Markt zu verwandeln, hängt von den Entscheidungen der Produzenten, des Staates und der Handelspartner ab.