«Vilija» baut zweite Saatgutfabrik in Zwynjachy – an genau der gleichen Stelle, wo die erste 2016 in Betrieb genommen wurde

Der Agrarkonzern „Wolynj-Getreide-Produkt" hat eine neue Saatgutlinie mit einer Kapazität von 12 t/Stunde auf der Basis des bereits bestehenden Elevatorenkomplexes in Betrieb genommen. Dies ist kein Neubeginn von Grund auf – es ist eine Skalierung der vertikalen Integration des Unternehmens, das 52.000 Hektar in vier Regionen bewirtschaftet.

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Насіннєвий завод "Вілія" (Фото: Perry in Ukraine)

Am 26. Juni eröffnete der Agrarkonzern «Wolin-Zerno-Produkt» (Marke «Wilija») eine Saatgutfabrik im Dorf Swynjaче des Bezirks Lutsk — an genau jenem Ort, wo sich bereits eines der Schlüsselelevator-Komplexe des Unternehmens mit einer Kapazität von 55.000 Tonnen befindet. Das Paradoxe ist, dass «Wilija» ihre erste Saatgutfabrik in Swynjaче bereits 2016 eröffnete. Die neue ist nicht als Ersatz, sondern als Erweiterung gedacht.

Was und wie produziert die neue Fabrik

Die Produktionslinie mit einer Kapazität von bis zu 12 Tonnen pro Stunde umfasst den vollständigen Zyklus der Saatgutvorbereitung: Annahme, Vorbehandlung und Feineigung, Kalibrierung, Gravitations- und optische Separation, Beizung, Trocknung und Versand. Die Ausrüstung stammt von dem britischen Unternehmen Perry und dem dänischen Hersteller Westrup, deren Maschinen zur Reinigung und Sortierung längst zum Branchenstandard in ukrainischen Saatgutwirtschaften geworden sind — von der Region Chmelnytzky bis zur Region Sumy.

Westrup ist ein dänisches Unternehmen mit fast 70 Jahren Erfahrung in der Herstellung von Ausrüstung zur Reinigung und Sortierung von Saatgut und Getreide. Seine Lösungen werden von Landwirtschaftsbetrieben auf der ganzen Welt eingesetzt.

Warum eine zweite Fabrik, wenn es schon eine erste gibt

«Wilija» ist kein Monokulturen-Produzent. Das Unternehmen baut Weizen, Raps, Soja, Erbsen, Mais, Hartweizen und Roggen auf 52.000 Hektar in den Regionen Wolynien, Riwne, Lwiw und Ternopil an und beschäftigt 1.300 Mitarbeiter. Bei einem solchen Landbestand ist die Abhängigkeit von externen Saatgutlieferanten eine jährliche finanzielle Schwachstelle.

«Die Inbetriebnahme der neuen Fabrik hat strategische Bedeutung für das Unternehmen».

Jewhen Dudka, Gründer von «Wolin-Zerno-Produkt», bei einem Besuch des Leiters der Regionalverwaltung Wolyniens

Die vertikale Logik ist einfach: eigenes Saatgut bedeutet Kontrolle über die Qualität des Saatguts, Reduzierung der Einkaufskosten und die Möglichkeit, zertifiziertes Saatgut an Partner zu verkaufen. «Wilija» verfügt bereits über Mühlenkomplexe, eine Mischfutteranlage und eine eigene Handelsmarke für verarbeitete Produkte — die Saatgutproduktion passt in das gleiche Geschäftsmodell.

Kontext: Investitionen während des Krieges

Der Bau der Fabrik begann noch vor ihrer Eröffnung — während einer intensiven Aussaatkampagne, was in sich schon aussagekräftig ist: Das Unternehmen stoppte seine Kapitalinvestitionen nicht während der vollumfassenden Invasion. Der Umsatz der Gruppe für 2025 belief sich auf über 8,4 Milliarden Hrywnja — eine Summe, die es dem Unternehmen ermöglicht, solche Projekte aus eigenen Mitteln zu finanzieren.

  • Landbestand: 52.000 ha in vier Regionen
  • Elevator-Netzwerk: 7 Komplexe mit insgesamt etwa 370.000 t Lagerkapazität
  • Erste Saatgutfabrik in Swynjaче: 2016
  • Neue Fabrik: Kapazität bis 12 t/h, vollständiger Zyklus der Saatgutvorbereitung

Die Frage des Ausmaßes bleibt offen: Wenn sich die neue Fabrik nur auf den internen Bedarf des Konzerns konzentriert, erscheinen 12 t/h bei 52.000 ha ausreichend. Aber wenn «Wilija» auf dem kommerziellen Markt für zertifiziertes Saatgut für externe Kunden expandieren plant, könnte sich diese Kapazität entweder als Sprungbrett oder als Engpass erweisen.

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