Warum „Inflation von 7,7 %" sich nicht so anfühlt, wie sie aussieht

Die Staatsstatistik verzeichnet eine Beschleunigung der Inflation auf 7,7%, doch hinter dieser Ziffer verbirgt sich eine gespaltene Realität: Lebensmittel werden günstiger, während Nebenkosten und Verkehr in einem Tempo steigen, das keine Preisreduktion bei Eiern mehr ausgleichen kann.

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Die Juliiinflation von 7,7% pro Jahr ist nicht eine einzelne Zahl, sondern eine Summe gegensätzlicher Bewegungen, die je nachdem, wofür eine Person den Großteil ihres Einkommens ausgibt, unterschiedlich auf den Geldbeutel wirken. Die Staatsstatistik zeigt: Lebensmittel sind durchschnittlich um 0,2% pro Monat billiger geworden, während Nebenkosten und Verkehr weiterhin zweistellige jährliche Teuerungsraten aufweisen.

Für eine Familie, die die Hälfte ihres Budgets für Lebensmittel ausgibt, sieht Juli nicht schlecht aus — Eier sind um 6% billiger geworden, Gemüse um 5,9%, Schweinefleisch und Geflügel sind ebenfalls gesunken. Aber für diejenigen, die für Wasser und Verkehr zahlen, sieht das Bild anders aus: Die Wasserversorgungstarife sind um 31,9% pro Monat gestiegen, die Abwassertarife um 29,8%, und die Fahrkarte im Straßenverkehr ist um 6% teurer geworden.

Nebenkosten als versteckte Inflation

Das jährliche Wachstum der Tarife für Wohnung und Nebenkosten beträgt nur 4,5% — eine Zahl, die vor dem Hintergrund der gesamten Inflation von 7,7% bescheiden wirkt. Aber genau der Julisprung bei Wasser- und Abwassertarifen um ein Drittel in einem Monat signalisiert, dass die Versorgungsunternehmen jetzt anfangen, jahrelang eingefrorene Tarife auszugleichen, anstatt dies gleichmäßig über das Jahr verteilt zu tun.

Dies bedeutet, dass die offizielle jährliche Wassertarifzahl noch nicht den vollen Effekt widerspiegelt — dieser wird sich in den kommenden Monaten zeigen, wenn die Julierhöhung in die Vergleichsbasis eingeht.

Verkehr wird schneller teuer als Kraftstoff

Ein aussagekräftiges Paradoxon: Kraftstoff und Schmierstoffe sind im Monat um 0,1% billiger geworden, während die Fahrkarte im Straßenverkehr um 6% gestiegen ist. Dies bedeutet, dass die Teuerung des Personenverkehrs nicht mit dem Benzinpreis zusammenhängt, sondern mit anderen Faktoren — Lohnerhöhungen für Fahrer, Fachkräftemangel oder erhöhte Miet- und Versicherungskosten der Beförderer.

Das jährliche Preiswachstum im Verkehr von 18,6% — einer der höchsten Indikatoren in der Inflationsstruktur — und es belastet weiterhin Menschen, die jeden Tag zur Arbeit fahren, unabhängig davon, wie teuer die Eier im Geschäft sind.

Die Kerninflation (ohne Berücksichtigung von Rohprodukten und reglementierten Preisen) ist auf 8,1% pro Jahr gestiegen — dies ist ein genauerer Indikator dafür, wohin sich die Preise unter dem Einfluss von Nachfrage und Geschäftskosten bewegen, und nicht durch saisonale Ernteschwankungen.

Was dies für die kommenden Monate bedeutet

Die Nationalbank hat bereits ihre Inflationsprognose verschlechtert, und die Jullidaten bestätigen, warum: Die saisonale Verbilligung von Gemüse und Obst ist ein vorübergehender Effekt, der mit Annäherung des Herbstes verschwinden wird, während Nebenkosten- und Verkehrstarife einen langfristigen Trend schaffen.

Wenn die Wasserversorgungstarife in mehreren Regionen aufgrund des Julisprings weiter angehoben werden und Verkehrsunternehmen ihre Kosten weiterhin auf die Fahrgäste überwälzen, wird sich die Gesamtinflation im Herbst wahrscheinlich nicht verlangsamen, auch nicht angesichts von billigem Gemüse — die Frage ist nur, wie schnell die Nationalbank darauf mit einer Erhöhung des Leitzinses reagiert.

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