Am 26. April jährt sich die Katastrophe von Tschornobyl zum 40. Mal. Zu diesem Anlass kündigte die Kiewer Stadtverwaltung an, 53 Millionen Hrywnja an 42.000 Kijewer auszuzahlen, die durch die Katastrophe geschädigt wurden.
Die Summe wirkt beträchtlich. Doch wenn man sie durch die Anzahl der Empfänger teilt, beträgt die durchschnittliche Auszahlung etwa 1.260 Hrywnja – etwas weniger als die Hälfte des Existenzminimums für arbeitsunfähige Personen, das 2026 2.595 Hrywnja beträgt.
Wer und wie viel erhält
Nach Angaben des Departements für Sozial- und Veteranenpolitik der Kiewer Stadtverwaltung wird die Hilfe mehreren Kategorien geschädigter Personen ausgezahlt:
- Personen mit Behinderungen der Gruppen I, II und III im Zusammenhang mit der Tschornobyl-Katastrophe (Kategorie 1 der Geschädigten);
- Personen, die zur Kategorie 2 der Katastrophengeschädigten gehören;
- Ehefrauen oder Ehemänner verstorbener Liquidatoren der Katastrophenfolgen.
Unter den Empfängern sind sowohl langjährige Einwohner der Hauptstadt als auch intern vertriebene Personen, die registriert sind und tatsächlich in Kiew leben. Das Doppelstatuskriterium wurde zugunsten der Menschen entschieden.
«Wenn ein Kiewer zu mehreren Kategorien gleichzeitig gehört, erhält er eine Auszahlung – in der höchsten Höhe»
— Kiewer Stadtverwaltung
Symbol oder Unterstützung
Der Kontext ist wichtig. Tschornobyl-Liquidatoren der ersten Kategorie – mit bestätigter Behinderung – erhalten monatliche Rentenzahlungen zwischen 15.000 und 25.000 Hrywnja, je nach Behinderungsgruppe. Vor diesem Hintergrund hat eine einmalige Auszahlung von einigen hundert oder tausend Hrywnja überwiegend symbolischen Charakter.
Gleichzeitig kann selbst eine kleine Summe für die Witwen von Liquidatoren und Personen der Kategorie 2, deren monatliche Staatszuschüsse viel bescheidener sind, spürbar sein. Nach Angaben des Pensionsfonds hatten die Umrechnungen 2026 über 25.000 Tschornobyl-Liquidatoren der ersten Kategorie in der gesamten Ukraine betroffen – die durchschnittliche Rente in der Region Kiew lag bei etwa 22.500 Hrywnja.
Die Auszahlungen werden auf Anordnung des Bürgermeisters im Rahmen des Programms «Fürsorge. Den Kiewern entgegen» durchgeführt. Die Kiewer Stadtverwaltung hat keinen separaten Mechanismus für öffentliche Kontrolle über die Zielgerichtetheit der Auszahlungen oder Berichte über tatsächliche Summen nach Kategorien veröffentlicht.
Das 40-jährige Jubiläum der Katastrophe fällt mit dem dritten Jahr des Vollkriegs zusammen – wenn sich die finanziellen Prioritäten der Stadt offensichtlich verschoben haben. Eine praktische Frage: Wenn es nächstes Jahr keinen Jubiläumsanlass gibt, bleiben diese Zahlungen dann im Budget des Programms «Fürsorge» – oder verschwinden sie mit dem Datum?