Warum Meta Quest teurer wurde – wegen künstlicher Intelligenz und das ist erst der Anfang

Der Mangel an Arbeitsspeicher, verursacht durch das Wettrüsten der AI-Rechenzentren, hat Meta-VR-Headsets getroffen – und betrifft bereits Samsung, Microsoft und Sony. Die Preise für Unterhaltungselektronik werden mindestens bis 2026 weiter steigen.

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Meta Quest 3 (Фото: Meta)

Seit dem 19. April kostet die Meta Quest 3 $600 statt $500, die Quest 3S kostet ab $350 statt $300. Die offizielle Begründung: Speicherchip-Mangel. Doch hinter dieser kurzen Formulierung verbirgt sich eine strukturelle Veränderung des gesamten Halbleitermarktes.

Wie AI den Speicher aus Ihrem VR-Headset „gestohlen" hat

Die DRAM-Hersteller – Samsung, SK Hynix und Micron, die zusammen über 70% des weltweiten Marktes kontrollieren – haben ihre Kapazitäten auf hochmargige HBM-Speicher für GPU-Server umgelenkt. Nach Angaben von IEEE Spectrum ist der Anteil von Cloud- und AI-Speicher am Umsatz von Micron von 17% im Jahr 2023 auf fast 50% im Jahr 2025 gestiegen. Für die Unterhaltungselektronik bleibt nur noch der Rest.

Die Folge: Die Preise für herkömmlichen DRAM sind in nur einem Quartal um 50% gestiegen, und Analysten von TrendForce prognostizieren im nächsten Quartal einen weiteren Anstieg von 40%. Wie NPR unter Berufung auf TrendForce berichtet, zahlen Hersteller, die Chips schneller erhalten wollen, zwei- bis dreimal mehr als den üblichen Preis.

„AI hat die Natur der Nachfrage selbst verändert"

Sanchit Vir Gogia, CEO von Greyhound Research

Meta ist nicht der erste und nicht der letzte

Nach Angaben von TechCrunch hat sich Meta Samsung, Microsoft und Sony angeschlossen, die bereits die Preise für ihre Hardware aus demselben Grund erhöht haben. IDC prognostiziert, dass der Druck auf Smartphone- und PC-Hersteller mindestens bis 2027 anhalten wird, und Lenovo, Dell, HP, Acer und ASUS haben Kunden vor Preiserhöhungen von 15–20% gewarnt.

Für Meta wird die Situation durch einen zusätzlichen Faktor erschwert: Die Sparte Reality Labs hat seit 2020 über $80 Milliarden Verluste erwirtschaftet, davon allein $19 Milliarden im Jahr 2025. Die Verteuerung von Komponenten kommt bei einem chronisch defizitären Geschäft hinzu – und der Preisdruck wird ohne Rentabilitätspuffer an den Käufer weitergegeben.

Bemerkenswert ist, dass die Preiserhöhung nicht nur neue Geräte betrifft, sondern auch überholte – dies deutet darauf hin, dass die Kosten tief in die Lieferkette eingebunden sind und nicht nur eine situative Reaktion auf eine einzelne Komponenten-Charge darstellt.

Was kommt als Nächstes

Neue DRAM-Produktionskapazitäten entstehen nicht schnell: Nach Schätzung von IEEE Spectrum dürften auch die derzeit im Bau befindlichen Fabriken die Preise bis 2028 nicht wesentlich senken. CEO von Micron, Sanjay Mehrotra, sagte Analysten direkt, dass die Nachfrage „die Angebotsmenge absehbar deutlich übersteigen" werde.

Falls Meta die Quest 4 im Jahr 2026 angesichts weiterer Speicherpreiserhöhungen auf den Markt bringt – wird das Unternehmen es schaffen, sie im erschwinglichen Segment zu halten, oder wird das VR-Headset endgültig zu einem Nischen-Premium-Produkt?

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