Warum Peking seine Banken erneut rettet: 45 Milliarden Dollar als Symptom, nicht als Heilmittel

Die größte Rekapitalisierung chinesischer Banken in 20 Jahren zeigt nicht die Stärke des Staates, sondern die Tiefe der Probleme, die er versucht, innerhalb des Finanzsystems zu konservieren.

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Фото: EPA

Wenn die Regierung 300 Milliarden Yuan in Banken pumpt und dies als „geplante Politik der letzten zwei Jahre" bezeichnet, lohnt es sich, zwischen den Zeilen zu lesen. Pläne, die genau jetzt mit solchen Summen umgesetzt werden müssen – vor dem Hintergrund des schwächsten BIP-Wachstums Chinas in drei Jahren – sind keine Vorsorge mehr, sondern das Stopfen konkreter Löcher.

Wer zahlt tatsächlich für die Schulden der lokalen Behörden

Formal rekapitalisiert Peking die ICBC, die Agricultural Bank of China und sechs weitere Institutionen durch spezielle Schuldverschreibungen des Finanzministeriums. Aber der praktische Mechanismus ist einfach: Der Staat übernimmt die Risiken, die sich Banken angehäuft haben, indem sie lokale Regierungen und den Bausektor kreditierten. In den letzten Jahren finanzierte die regionale Verwaltung in China Infrastrukturprojekte durch Schulden, während Entwickler wie Evergrande oder Country Garden jahrelang Verpflichtungen aufbauten, die Banken nicht einfach abschreiben konnten.

Jetzt kommt dies wie ein Bumerang zurück: Damit Banken ihre regulatorischen Eigenkapitalvorgaben erfüllen und gleichzeitig die sich verlangsamende Wirtschaft weiter kreditieren können, brauchen sie einen externen Puffer. Dieser Puffer sind Gelder von Steuerzahlern, getarnt als Anleihen.

Der Markt reagiert vorsichtiger als erwartet

Bemerkenswert ist, dass die Aktien der ICBC und Agricultural Bank nach der Nachricht um weniger als ein Prozent fielen – das ist keine Panik, sondern ein Zeichen dafür, dass Investoren solche Interventionen bereits in ihre Erwartungen eingepreist haben. Die ICBC, die weltweit größte Bank nach Vermögenswerten, ist seit Jahresbeginn um mehr als 20 % gestiegen, sodass der Markt die Rekapitalisierung eher als Versicherung denn als Alarmsignal sieht.

„Die Rekapitalisierung großer staatlicher Finanzinstitute war ein Teil der Politik in den letzten zwei Jahren, nicht ein Notfallmaßnahme", sagt der Analyst der Huayuan Securities, Liao Zhimin.

Das Problem ist, dass der „geplante" Charakter der Maßnahme sie nicht weniger aussagekräftig macht. Wenn die Politik regelmäßige Geldspritzen in Milliardenhöhe für die größten Banken des Landes vorsieht, bedeutet das, dass das strukturelle Schuldenproblem nicht gelöst wird, sondern nur zeitlich gestreckt wird.

Was das für gewöhnliche Unternehmen bedeutet

Der praktische Effekt für Unternehmer und Verbraucher in China ist die Beibehaltung des Zugangs zu Krediten selbst in einer verlangsamten Wirtschaft. Die Regierung erwägt gleichzeitig die Subventionierung der Kreditzinssätze, das heißt, es geht nicht nur um die Rettung der Banken, sondern um die Stützung der Nachfrage von unten. Dies unterscheidet sich vom Ansatz von 2008–2009, als der Schwerpunkt rein auf dem Bankensektor lag.

Gleichzeitig kündigte die Weltbank im Juli an, ihre Kreditvergabe an China in den Jahren 2026–2031 schrittweise zu reduzieren – ein Signal, dass sogar internationale Partner die zweitgrößte Wirtschaft der Welt als weniger abhängig von externer Unterstützung, aber auch als weniger vorhersehbar wahrnehmen.

Fragen für die kommenden Monate

Die Hauptfrage ist, ob diese Rekapitalisierung die letzte große in diesem Zyklus sein wird oder ob Peking die Grundlage für regelmäßige jährliche Zuschüsse als Puffer gegen eine langsame, aber anhaltende Krise im Immobiliensektor schafft. Wenn Chinas BIP weiterhin so stark wächst wie im zweiten Quartal, könnte die nächste Rekapitalisierung nicht mehr 45 Milliarden Dollar betragen, sondern eine deutlich höhere Summe.

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