Luzhny übernimmt U-19: Warum dies ein Schachzug in der Führungsebene ist und keine Trainersuche

Der Ukrainische Fußballverband suchte nicht nach einem neuen Trainer von außen — der Leiter des Komitees für Profifußball setzte sich selbst in den Cheftrainer-Sessel der U-19-Nationalmannschaft. Das sagt mehr über den Personalnotstand des Verbandes aus als über einen Entwicklungsplan für die U-19.

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Oleg Luzhny übernahm die Leitung der ukrainischen U-19-Jugendsélection und ersetzte damit Dmytro Mykhailenko in dieser Position. Dies teilte die Pressestelle des UAF mit. Auf den ersten Blick handelt es sich um eine gewöhnliche Trainerwechsel. Aber es gibt ein Detail, das diese Nachricht interessanter macht als das Standard-„Ein neuer Trainer wurde ernannt".

Luzhny leitet seit Januar 2024 den Ausschuss für Profifußball des UAF – eine Struktur, die für Klubwettbewerbe, Lizenzierung und regulatorische Angelegenheiten zuständig ist. Jetzt wird dieselbe Person gleichzeitig den Trainingsablauf der Jugendsélection leiten. Die Verbindung von administrativen und Trainerpositionen in der Topmanagement-Ebene des Verbandes ist auch im ukrainischen Fußball mit seinem Personaldefizit eine Seltenheit.

Wohin ging der vorherige Trainer

Dmytro Mykhailenko wurde weder entlassen noch zum Rücktritt aufgefordert – er wurde befördert. Das Exekutivkomitee des UAF ernannte ihn zum Cheftrainer der U-21-Sélection, der älteren Altersgruppe. Das ist also keine Vertrauenskrise beim Fachmann, sondern eine klassische Personalbeförderung innerhalb des Systems: Ein Trainer, der mit der U-19 Ergebnisse gezeigt hat, wechselt zur Arbeit mit Spielern, die einen Schritt näher zur Nationalmannschaft sind.

Die Logik ist verständlich: Die U-21-Mannschaft bereitet Spieler unmittelbar für die „erwachsene" Nationalmannschaft vor, und die Erfahrung Mykhailenkos in der Arbeit mit der von ihm geformten Jugend soll sich in der nächsten Phase fortsetzen. Die Frage ist nur, ob die U-19 die Kontinuität der Ansätze nicht verliert, wenn eine Person ohne aktuelle Trainererfahrung auf Jugendenebene die Mannschaft übernimmt.

Spanien als Test, Europa 2027 als Ziel

Lughnys Debüt in seiner Position wird aussagekräftig sein: Im September wird die Mannschaft drei Freundschaftsspiele bei einem Turnier in Spanien absolvieren – gegen Schweden, Deutschland und Schottland. Dies sind nicht einfach Trainingsspiele zur Abwicklung, sondern eine Gelegenheit zu sehen, wie der neue Trainerstab das Spiel in begrenzter Vorbereitungszeit aufbaut.

Die eigentliche Prüfung beginnt später. Im November setzt die U-19-Sélection ihre Qualifikation zur Europameisterschaft 2027 fort, wo in der zweiten Gruppenphase Italien, Israel und Rumänien die Gegner sein werden. Italien und Rumänien sind Teams mit starken Fußballtraditionen, daher wird das Ergebnis gerade dieser Spiele zeigen, ob die Entscheidung gerechtfertigt war, die Sélection einer Person anzuvertrauen, die sich in den letzten Jahren eher mit Verwaltungsarbeit als mit Trainertätigkeit befasst hat.

Luzhny hat einen Trainerhintergrund – er arbeitete mit dem Kiewer „Dynamo", dem Simferopol-„Tavriya" und dem Lwiw-„Karpaty". Aber das ist Erfahrung aus einer anderen Epoche und von Mannschaften auf einem anderen Niveau. Ob es gelingt, die Managementerfahrung in die tägliche Arbeit mit der Jugendsélection zu übertragen, wird schon nach den Ergebnissen der Herbst-Qualifikationsspiele deutlich werden.

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