Was Iran angekündigt hat
Im Katalog des staatlichen Exporteurs Mindex ist ein Angebot aufgetaucht, militärische Ausrüstung zu verkaufen — von Drohnen Shahed über ballistische Raketen Emad bis hin zu Schiffen der Klasse Shahid Soleimani — mit Bezahlung in Kryptowährung, per Tauschhandel oder in iranischen Rial. Detailliert berichtet die Financial Times darüber und beruft sich auf den öffentlichen Katalog des Unternehmens.
Warum das für Sie und für die Sicherheit der Ukraine wichtig ist
Kurz: Das macht Mechanismen zur Umgehung von Sanktionen größer und öffentlicher. Wenn ein Staat öffentlich Kryptowährungszahlungen für strategische Rüstungsgüter akzeptiert, verlieren Kontrollinstrumente, die auf Bankkanäle und Zollkontrollen setzen, an Wirksamkeit. Für die Ukraine bedeutet das ein erhöhtes Risiko, dass Kampfsysteme in die Hände von Aggressoren oder deren Mittelsmännern gelangen, die bereits iranische Drohnen gegen unsere Infrastruktur einsetzen.
"Dies ist einer der ersten bekannten Fälle, in denen ein Staat öffentlich erklärt hat, bereit zu sein, Kryptowährung als Bezahlung für den Export strategischer militärischer Ausrüstung zu akzeptieren."
— Financial Times
Kontext: Sanktionen und Schattenfinanzen
Im September 2025 hat die UN das Waffenembargo gegen Iran wieder in Kraft gesetzt. Im selben Monat verhängte das US-Finanzministerium Sanktionen gegen Personen, die mit dem Korps der Islamischen Revolutionsgarde verbunden sind, wegen eines Schattenbankennetzwerks, das Kryptowährungen für Transaktionen nutzte. Die Kombination des öffentlichen Angebots von Mindex und bereits bekannten Schattenzahlungsschemata schafft eine reale operative Bedrohung für das internationale Sanktionsregime.
Wie der Mechanismus funktioniert — einfach
1) Der Käufer schließt den Vertrag über Vermittlungsnetzwerke ab. 2) Die Zahlung erfolgt in Kryptowährung auf Adressen, die mit Schattenbankennetzwerken verbunden sind, oder es wird ein Tauschhandel initiiert. 3) Die Ausrüstung wird über komplexe Logistikketten geliefert, manchmal mit Zwischenstationen in Drittstaaten. Solche Routen sind schwerer abzufangen als klassische Banküberweisungen — besonders wenn staatliche Stellen dahinterstehen, die die Verschiffung koordinieren.
Was Partner und die Ukraine tun können
Experten und Analysegruppen verweisen auf drei praktische Schritte: die Überwachung von Blockchains verstärken, um Transaktionsmerkmale zu erkennen, die auf Waffenhandel hindeuten; Sanktionslisten und Mechanismen zum Einfrieren von Adressen koordinieren; sowie die operative Unterstützung der Luftverteidigung und von Anti‑Drohnen‑Systemen erhöhen, um die Wirkung eines möglichen neuen Zuflusses iranisch orientierter Ausrüstung zu verringern. Für die Ukraine ist es zudem wichtig, die Verbindungen der Käufer zu direkten Angriffen auf zivile Infrastruktur zu dokumentieren und öffentlich zu machen — das erhöht den politischen Druck auf Zwischenstaaten.
Fazit
Das öffentliche Angebot Irans, Kryptowährungen für Rüstungsgüter zu akzeptieren, verändert die Spielregeln auf dem Waffenmarkt. Es ist nicht nur eine technische Frage der Sanktionsumgehung — es ist eine Herausforderung für die internationale Koordination und für die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine. Ob die Partner schnell neue Kanäle schließen können, ist eine Frage, von deren Beantwortung abhängt, wie schnell potenzielle Bedrohungen zu realen Problemen an der Front werden.