IWF vereinfacht Auflagen für 8,1‑Milliarden‑Dollar‑Programm — was bedeutet das für Einzelunternehmer und die Verteidigungsfinanzierung?

Die Mission des IWF hat eine Reihe vorheriger Maßnahmen überprüft: die Anhebung der Mehrwertsteuer‑Schwelle für Einzelunternehmer (FOP) auf 4 Mio. UAH, die Regulierung digitaler Plattformen und die Beibehaltung der Militärabgabe. Wir erklären, wer tatsächlich betroffen ist und wer profitiert – und warum das ausgerechnet jetzt wichtig ist.

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Прем'єр-міністерка України Юлія Свириденко (фото – Юлія Свириденко / Telegram)

In großer Diplomatie — stille Korrekturen

Der Internationale Währungsfonds hat die prior actions für das neue Kreditprogramm der Ukraine in Höhe von 8,1 Mrd. US-Dollar nach Konsultationen zwischen der Mission und der geschäftsführenden Direktorin des IWF überprüft. Das bedeutet, dass die im November getroffenen Vereinbarungen vereinfacht wurden — nicht aufgehoben, sondern an die Realitäten des laufenden Krieges und der politischen Lage angepasst.

„Nach zahlreichen Diskussionen und Konsultationen, unter anderem direkt mit der geschäftsführenden Direktorin Kristalina Georgieva, hat die Mission die im November erzielten Vereinbarungen vereinfacht – insbesondere wurden die vorherigen Maßnahmen und strukturellen Meilensteine überarbeitet.“

— Yuliia Svyrydenko, Premierministerin der Ukraine

Was genau geändert wurde

Die zentrale Änderung, die die Premierministerin nannte: Es wird vorgeschlagen, die Schwelle für die Einführung der Mehrwertsteuer für FOP bis 4 Mio. UAH anzuheben (etwa 85.000 €). Nach Einschätzung der Regierung würde dies rund zwei Drittel der FOP nicht betreffen. Gleichzeitig sollen in das einheitliche Steuergesetz Fragen der Besteuerung digitaler Plattformen, von Paketsendungen sowie ein Mechanismus zur Beibehaltung der Militärabgabe nach dem Ende des Kriegsrechts aufgenommen werden.

Rechtlich wird das Programm im Exekutivdirektorium des IWF geprüft, doch die Tagesordnung spiegelt nun eine größere Flexibilität der Mission bei der Formulierung der endgültigen Bedingungen wider.

Kontext: Warum der IWF die Vereinfachung vornahm

Das neue Programm ersetzt die vorherige vierjährige Vereinbarung über 15,5 Mrd. US-Dollar, von denen bereits rund 10,6 Mrd. ausgezahlt wurden. Die ursprünglichen Annahmen gingen davon aus, dass der Krieg 2025 enden könnte; inzwischen wurde das Basisszenario auf 2026 verschoben, und es wurde ein „negatives Szenario“ berücksichtigt — eine Eskalation, die bis 2028 andauern könnte. Gerade diese Unsicherheit zwang den IWF, die Bedingungen anzupassen, damit das Programm unter unterschiedlichen Entwicklungen lebensfähig bleibt.

Folgen für Unternehmen und Bürger

Die Anhebung der MwSt.-Schwelle auf 4 Mio. UAH mildert die Belastung für Kleingewerbe: ein erheblicher Teil der FOP bleibt vom verpflichtenden MwSt.-Register ausgenommen. Gleichzeitig bedeutet die Aufmerksamkeit für digitale Plattformen und Paketsendungen, dass der Staat zusätzliche Einnahmequellen in neuen Wirtschaftsbereichen erschließen will.

Die Beibehaltung der Militärabgabe im Steuerpaket ist sowohl eine politische als auch eine technische Entscheidung: Sie signalisiert den Partnern die Absicht, die gegenwärtigen Finanzierungsquellen für die Verteidigung beizubehalten, verlangt jedoch auch die gesetzliche Verankerung der entsprechenden Mechanismen.

EU-Finanzierung und Risikoverteilung

Die Umsetzung des IWF-Programms ist auch Voraussetzung für die Auszahlung des EU-Pakets in Höhe von 90 Mrd. € — es steht noch die letzte formale Abstimmung im Rat der EU aus. Die zuvor von der Regierung genannten Verteilungen dieser Mittel sehen etwa 60 Mrd. € für die Verteidigung und 30 Mrd. € für Haushaltsunterstützung vor. Finanz- und Verteidigungsministerium präzisieren die Bedarfe, um den Partnern konkrete Berechnungen vorzulegen.

Wie es weitergeht — kurze Checkliste

1) Das Exekutivdirektorium des IWF muss das Programm formell prüfen; 2) das Parlament — ein konsolidiertes Steuergesetz verabschieden; 3) das Kabinett und die zuständigen Ministerien — die Berechnungen der Verteidigungs- und Haushaltsbedarfe für die Partner abschließen. Die Regierung erwartet einen Finanzierungsbeginn bereits im April, dies hängt jedoch vom Tempo der Gesetzesverabschiedung und der Abstimmung der Zahlen mit den Partnern ab.

Fazit

Durch die Vereinfachung der prior actions hat der IWF der Ukraine die Chance gegeben, den Abstimmungsprozess für die Finanzierung im Kontext eines langwierigen Krieges zu beschleunigen — das stellt jedoch keine Aufhebung der Verpflichtungen dar. Entscheidend wird sein, ob diese Vereinbarungen in schnelle Tranchen und reale haushaltspolitische Entscheidungen umgesetzt werden: Dafür müssen die innerstaatlichen Gesetzgebungsschritte zügig und qualitativ durchgeführt und die endgültigen Zahlen mit den europäischen Partnern abgestimmt werden.

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