Reservefonds für die Reparatur der Kathedrale des 11. Jahrhunderts: Die Regierung wird die Schäden durch den Anschlag auf die Lawra decken

In der Nacht zum 15. Juni bombardierte Russland direkt die Stefanow-Kapelle der Himmelfahrtskathedrale der Kiewer Höhlenkloster-Lawra. Die Notfallreparaturen werden nun aus dem staatlichen Reservefonds finanziert – eben jenem Fonds, der zu Beginn des Sommers bereits 87 Prozent seines Jahresetats verbrauchte.

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In der ersten Stunde des 15. Juni traf eine Rakete direkt auf die Stefanow-Kapelle – den Altarbereich der Himmelfahrtskathedrale des Kiewer Höhlenklosters. Nach Angaben des Staatsnotfalldienstes handelte es sich um einen Doppeltreffer: erst eine Rakete, dann ein wiederholter Einschlag. Das Dach der Kathedrale brannte auf einer Fläche von etwa 800 Quadratmetern.

Was zerstört wurde und was gerettet werden konnte

Der Generaldirektor des Nationalreservats Maxim Ostapenko berichtete unmittelbar nach der Brandbekämpfung von schweren Schäden an der Ikonostase, Fresken und Malereien im Inneren der Kathedrale. Die Rettungskräfte überprüften die Konstruktionen und warnten vor dem Risiko eines Einsturzes: Das Feuer war durch den gesamten oberen Teil des Gebäudes gezogen. Vor dem Brand gelang es dem Personal, die wertvollsten Reliquien und Museumsstücke aus der Sakristei zu evakuieren – insbesondere Objekte aus der einzigartigen Ausstellung „Christus ist auferstanden". Insgesamt verzeichnete das Reservat Schäden an fünf Denkmälern von nationaler Bedeutung. Das vollständige Ausmaß der Schäden kann erst nach einer vollständigen Überprüfung der Konstruktionen bewertet werden.

Geld aus einem fast leeren Fonds

Präsident Selenskyj, der persönlich zusammen mit Premierministerin Julia Swiridenko und Innenminister Klimentschenko vor Ort ankam, kündigte eine Entscheidung an: Die Regierung würde Mittel aus dem Reservefonds bereitstellen.

„Die Regierung wird Mittel für die Wiederherstellung des beschädigten Klosters bereitstellen. Diese werden für dringende Arbeiten zur Beseitigung der Schadensfolgen verwendet."

Präsident Selenskyj

Swiridenko soll zu diesem Zweck eine Dringlichkeitssitzung des Kabinetts durchführen. Der Kontext ist jedoch nicht besonders optimistisch: Nach Angaben des „Finanzclubs" war der Reservefonds zum 30. März bereits zu 87,2 Prozent der Jahresgrenze von 54,5 Milliarden Griwna aufgebraucht. Im Frühjahr wies der Abgeordnete Jaroslav Schelesniak darauf hin, dass im Fonds etwa 20 Prozent der Mittel verbleiben – und das war noch vor der neuen Welle massiver Anschläge auf die Infrastruktur.

Internationale Dimension: Den Haag und UNESCO

Das Kloster ist ein Weltkulturerbe der UNESCO und ein Denkmal unter verstärktem Schutz gemäß dem Zweiten Protokoll zur Haager Konvention von 1954. Ein gezielter Anschlag auf ein solches Objekt ist eines der schwerwiegendsten Verbrechen gegen das Kulturerbe nach internationalem Recht. Außenminister Andrij Sybiga kündigte den sofortigen Beginn von Verfahren im Rahmen der UNESCO und anderer internationaler Mechanismen an.

„Keine verschwommenen Worte, kein Schweigen oder halbherzige Schritte. Es braucht Maßnahmen, um die russische Barbarei zu stoppen."

Andrij Sybiga, Außenminister der Ukraine

Internationale Experten, einschließlich UNESCO-Vertreter, wurden vor Ort aufgefordert, um Schäden gemäß Protokollen zu dokumentieren, die in zukünftigen Gerichtsverfahren verwendet werden können. Der Journalist und Historiker Wachtang Kipiani erklärte direkt, dass der Anschlag auf das Kloster kein Zufall war.

Warum gerade jetzt

Das Kloster ist ein Symbol, das Russland lange Zeit durch seinen kontrollierten Ast der UOK-MP zu nutzen versuchte, der sich auf seinem unteren Gebiet befand, bis zur erzwungenen Vertreibung. Die physische Zerstörung dieses Symbols inmitten von diplomatischen Verhandlungen über einen Waffenstillstand ist ein Signal, das gleichzeitig an den Westen und die ukrainische Gesellschaft adressiert ist. Für den Westen: Die Verhandlungen ändern nichts an der Logik der Anschläge. Für die Ukrainer: Kein Ort ist unantastbar.

Der Staat kündigte eine Finanzierung an – aber eine konkrete Summe, eine Liste der Arbeiten und Fristen für die Wiederherstellung gibt es noch nicht. Wenn die Regierung keine Kostenschätzung vor Beginn der Wiederherstellungsarbeiten veröffentlicht, stellt sich die Frage nach der Transparenz der Ausgaben aus dem Reservefonds für das Kulturerbe – mitten im Krieg und unter Ressourcenmangel – von selbst.

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