Die Position der Türkei in Paris
Der türkische Außenminister Hakan Fidan wird betonen, dass die Unterstützung der Sicherheit im Schwarzen Meer ein strategischer Schwerpunkt Ankaras sei. Diese Information übermittelte Reuters unter Berufung auf eine Quelle im türkischen Außenministerium. Der von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron einberufene Gipfel versammelt mehr als 30 Länder im Format der „Koalition der Entschlossenen“, und genau auf diesem Forum wird Ankara versuchen, Erklärungen in konkrete Schritte umzusetzen.
„Die Türkei betrachtet die Unterstützung der Sicherheit im Schwarzen Meer als strategischen Schwerpunkt und erinnert alle Seiten an ihre Position in dieser Frage.“
— eine Quelle im türkischen Außenministerium / Reuters
Kontext: Drohnenvorfälle und Risiken für die Schifffahrt
Die Entscheidung Ankaras ist nicht zufällig. In den letzten Wochen haben sich die Risiken in der Region verschärft: wiederholt drangen Drohnen in den türkischen Luftraum ein, eine davon wurde in der Nähe von Ankara abgeschossen. Zudem wurde ein Angriff auf ein ziviles Schiff verzeichnet, das nach Ägypten unterwegs war — der Angriff am 13. Dezember direkt auf die Brücke des Schiffes gefährdete die Sicherheit der Lieferketten.
- 13. Dezember: Eine russische Drohne traf ein türkisches Schiff, das auf dem Weg nach Ägypten war und Sonnenblumenöl an Bord hatte.
- 25. Dezember: Der Pressesprecher des türkischen Verteidigungsministeriums, Konteradmiral Zeki Aktürk, äußerte Besorgnis und bezeichnete kleine Tieffliegerdrohnen als „Bedrohung einer neuen Generation“ für Luftverteidigungssysteme.
„Kleine Tieffliegerdrohnen sind eine Bedrohung einer neuen Generation für unsere Luftverteidigungssysteme.“
— Zeki Aktürk, Pressesprecher des türkischen Verteidigungsministeriums
Was das für die Ukraine bedeutet
Für die Ukraine ist die Sicherheit des Schwarzen Meeres keine abstrakte diplomatische These, sondern eine Frage des Exports, der Energie- und Ernährungssicherheit sowie der Absicherung des südlichen Flügels. Tatsächlich eröffnet die aktive Position der Türkei mehrere mögliche Folgen: eine Verstärkung der maritimen Überwachung, Initiativen zur Deeskalation und Mechanismen zum Schutz von Handelsschiffen. Ankara als Anrainerstaat und Mitglied der NATO hat Gewicht, das genutzt werden kann, um praktische Lösungen zu entwickeln.
Analysten weisen darauf hin, dass es jetzt wichtig sei, nicht nur Prioritäten zu verkünden, sondern auch Mechanismen zu schaffen: gemeinsame Patrouillen, Koordination der Nachrichtendienste, rechtliche Instrumente zum Schutz der zivilen Schifffahrt und möglicherweise technologische Unterstützung bei der Minenräumung. Für die Ukraine ist dies eine Chance, reale Sicherheitsgarantien auf See zu erreichen und nicht bloß weitere Erklärungen.
Fazit
Die Position der Türkei auf dem Gipfel in Paris kann ein Katalysator für konkrete maritime Initiativen als Antwort auf die Risiken im Schwarzen Meer werden. Ob die Partner Erklärungen in operative Schritte umsetzen, hängt jedoch von der Bereitschaft der Koalition ab, Ressourcen und Verantwortung zu koordinieren. Ob die Ukraine dieses Fenster der Möglichkeiten nutzen wird, ist eine Frage strategischer Wahl.