Ukraine fordert 20 Milliarden Dollar auf Ramstein: Fenster der Möglichkeiten – bevor Russland sich neu gruppieren kann

Am 18. Juni wird Kiew die Verbündeten offiziell um 20 Milliarden Dollar bitten — zusätzlich zu den eigenen Rekord-Verteidigungsausgaben — während der militärische Vorteil noch vorhanden ist, aber die finanziellen Reserven für neue Beschaffungen aufgebraucht werden.

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Bei einem Treffen der Kontaktgruppe zur Verteidigung der Ukraine im „Ramstein"-Format am 18. Juni werden Verteidigungsminister Mykhailo Fedorov und andere ukrainische Beamte offiziell zusätzliche Mittel in Höhe von 20 Milliarden Dollar von den Verbündeten anfordern. Dies berichtet Politico unter Berufung auf einen hochrangigen Vertreter des Verteidigungsministeriums.

„Jeder sieht, dass Russland brennt, und wir wollen, dass es noch mehr brennt, aber wir brauchen Finanzierung dafür. Das Fenster der Möglichkeiten hat die Eigenschaft, sich zu schließen. Russland ist schnell und innovativ".

Hochrangiger Beamter des ukrainischen Verteidigungsministeriums, Politico

Was hinter der Summe steckt

20 Milliarden Dollar sind kein Ersatz für eigene Ausgaben, sondern eine Ergänzung zu ihnen. Nach Angaben des SIPRI gab die Ukraine 2025 84,1 Milliarden Dollar für die Verteidigung aus — etwa 40% des BIP, der höchste Wert weltweit unter allen Ländern. Gleichzeitig bleiben nach Angaben des Verteidigungsministeriums nur etwa 4 Milliarden Dollar aus dem bestehenden Hilfspaket für neue Beschaffungen frei — der Rest ist bereits kontrahiert oder verteilt.

Die Mittel sollen für Luftverteidigungssysteme, Drohnen, Munition, elektronische Kampfmittel und Langstreckenwaffen bereitgestellt werden. Von jedem Partner werden 2 bis 6 Milliarden Dollar erwartet — entweder als direkte Hilfe oder als Darlehen. Verhandlungen mit Norwegen, Schweden, Deutschland und Kanada haben bereits auf bilateraler Ebene stattgefunden.

Warum gerade jetzt

Die Logik der Anfrage ist zeitlich: Kyjiw argumentiert, dass Russland seit Dezember die Initiative auf dem Schlachtfeld verliert und monatliche Personalverluste erleidet, die die Nachschubgeschwindigkeit übersteigen. Aber dieses Fenster ist nicht unbegrenzt. Nach Angaben des Euromaidan Press unter Berufung auf das SIPRI stiegen die Militärausgaben Russlands 2025 auf 190 Milliarden Dollar — 7,5% des BIP, und Analytiker des Instituts prognostizieren ein weiteres Wachstum im Jahr 2026.

SIPRI-Forscher Lorenzo Scarazzato wies darauf hin, dass 2025 Rekordquoten des Anteils der Verteidigungsausgaben in den Staatsbudgets sowohl für Russland als auch für die Ukraine gesetzt hat — und beide Indikatoren werden wahrscheinlich weiter wachsen.

Kontext: was bereits versprochen wurde

  • Deutschland — 11,5 Milliarden Euro für 2026 (Luftverteidigung, Drohnen, Artilleriemunition)
  • Schweden — 2,3 Milliarden Euro pro Jahr, einschließlich 530 Millionen Euro für Drohnen und Munition
  • Norwegen — 100 Millionen Euro für die Luftverteidigungskoalition, 240 Millionen Euro für Seefähigkeiten
  • Großbritannien — 600 Millionen Pfund für Luftverteidigung, teilweise aus gefrorenen russischen Vermögenswerten

Die Gesamtsumme des Jahres 2025 nach den Berechnungen von Verteidigungsminister Denys Schmyhal — 45 Milliarden Dollar an Verpflichtungen von Verbündeten, ein Rekord für alle Jahre des Vollkriegs. Die Bedürfnisse für 2026 schätzte Schmyhal jedoch auf 120 Milliarden Dollar, von denen die Ukraine die Hälfte selbst tragen kann.

Die Frage an die Verbündeten beim „Ramstein"-Treffen am 18. Juni ist nicht rhetorisch: Wenn die 20 Milliarden Dollar bis zum Herbst nicht bestätigt werden, wenn Russland traditionell sein Angriffstempo verschärft, könnte sich das Fenster, von dem ukrainische Beamte sprechen, früher schließen, als eine neue Gelegenheit entsteht, es zu öffnen.

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