Der Oberste Gerichtshof der USA erklärt die meisten Zölle Trumps für rechtswidrig – Präsidialbefugnisse eingeschränkt, mit Folgen für den Handel

Die Entscheidung vom 20. Februar setzt dem Versuch der Administration, Zölle auf der Grundlage außerordentlicher Befugnisse einzuführen, ein Ende — das ist wichtig für die Planbarkeit der Märkte und strategischer Lieferketten, die auch für die Ukraine von Bedeutung sind.

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Фото: EPA

Kurz

Am 20. Februar entschied der Oberste Gerichtshof der USA mit sechs zu drei Stimmen, dass die Mehrheit der von der Regierung Donald Trumps eingeführten Zölle rechtswidrig ist. Das Gericht stellte fest, dass International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) dem Präsidenten nicht die Befugnis verleiht, Zölle zu verhängen — diese Befugnisse gehören nach der Verfassung dem Kongress.

Kernaussage des Urteils

Das Gericht bestätigte die Schlussfolgerungen der unteren Instanzen: die Nutzung des IEEPA zur Festsetzung von Tarifen überschreitet die außergewöhnlichen Befugnisse, die das Gesetz der Exekutive gewährt. Das Gericht wies zudem auf die historische Praxis hin: in den fünfzig Jahren seit Bestehen des IEEPA hat kein Präsident dieses Gesetz zur Einführung von Zöllen angewendet, was zusätzlich darauf hindeutet, dass eine solche Befugnis im Gesetz nicht vorgesehen ist.

"Das US-Gesetz über internationale Notfallwirtschaftsvollmachten (International Emergency Economic Powers Act, 91 Stat. 1626) gewährt dem Präsidenten nicht die Befugnis, Zölle einzuführen"

— Oberster Gerichtshof der USA, Urteil

Kontext: Was getan wurde

Die Regierung Trump erklärte gegen Ende ihrer Amtszeit den Ausnahmezustand und führte Zölle von 10% bis 25% auf ein breites Spektrum von Importen ein. Die Zölle traten am 7. August in Kraft, woraufhin der durchschnittliche effektive Tarifsatz auf über 17% anstieg — den höchsten Wert seit 1935.

Warum das wichtig für die Ukraine und Unternehmen ist

Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs hat einen zwiespältigen Effekt. Einerseits beschränkt sie die Möglichkeit des Präsidenten, allein zu handeln — künftig wird für die Einführung von Zöllen eine klarere gesetzliche Mandatierung durch den Kongress erforderlich sein. Für Unternehmen und Partner erhöht das die rechtliche Vorhersehbarkeit. Für die Ukraine bedeutet dies, dass die durch plötzliche Änderungen der US-Zollpolitik verursachten Handels- und Logistikrisiken geringer sein könnten.

Andererseits wirft die Beschränkung der Exekutive Fragen zur Handlungsfähigkeit auf, wenn schnelle Reaktionen auf tatsächliche Bedrohungen der nationalen Sicherheit erforderlich sind. Handelspolitische Analysten weisen darauf hin: Nun wird der Druck auf den Kongress zunehmen, spezielle Befugnisse oder eine klarere regulatorische Grundlage für solche Fälle zu verabschieden.

Reaktionen

"Wenn der Oberste Gerichtshof in dieser Sache zur nationalen Sicherheit gegen die Vereinigten Staaten von Amerika entscheidet, WIR SIND VERLOREN!"

— Donald Trump, ehemaliger Präsident (Beitrag auf Truth Social)

Die Reaktionen reichen von juristischen Argumentationen bis zu politischen Bewertungen. Juristen betonen die Abgrenzung der Befugnisse zwischen Kongress und Präsident; Politiker heben die politischen Folgen für zukünftige Handelsverhandlungen und Sanktionspraktiken hervor.

Wie es weitergeht

Das wahrscheinlichste Szenario ist politischer und legislativer Druck von Seiten derjenigen, die der Meinung sind, dass die Regierung mehr Handlungsfähigkeit in Handels- und Sicherheitsfragen benötigt. Der Kongress steht nun im Zentrum: Entweder er verabschiedet neue Befugnisse für die Regierung, oder die Befugnisse über Zölle verbleiben ausschließlich bei den Gesetzgebern.

Für die Ukraine und ihre Partner ist diese Entscheidung eine Erinnerung an den Wert rechtlicher Vorhersehbarkeit in der globalen Wirtschaft. In einer Situation, in der materielle Unterstützung und verteidigungspolitische Zusammenarbeit von der Zuverlässigkeit der Lieferketten und klaren Regeln abhängen, hat die Stabilität der US-Handelspolitik direkten Einfluss auf unsere Strategie.

Werden die Gesetzgeber in der Lage sein, schnell Mechanismen für kritische Fälle zu erarbeiten, ohne das Prinzip der Gewaltenteilung zu untergraben? Von der Antwort hängt ab, wie flexibel und vorhersagbar die amerikanische Handelspolitik bleiben wird.

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