Rücktritt des WEF‑Präsidenten wegen Verbindungen zu Jeffrey Epstein: Bewährungsprobe für das Vertrauen in globale Institutionen

Der Briefwechsel mit Jeffrey Epstein führte zum Rücktritt von Børge Brende — das ist nicht nur eine ethische Angelegenheit, sondern auch ein Risiko für den Ruf des Forums, das Investitionen und Politik koordiniert, die auch für die Ukraine von Bedeutung sind.

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Берге Бренде (Фото: EPA / CYRIL ZINGARO)

Was passiert ist

Der Präsident und Chief Executive Officer des Weltwirtschaftsforums Børge Brende hat seinen Rücktritt angekündigt, teilt das WEF selbst mit. Die Entscheidung folgte auf eine Untersuchung seiner Verbindungen zu Jeffrey Epstein nach der Veröffentlichung von Dokumenten des US-Justizministeriums, berichtet Reuters.

„Nach reiflicher Überlegung habe ich beschlossen, das Amt des Präsidenten und Chief Executive Officers des Weltwirtschaftsforums zu verlassen.“

— Børge Brende, Präsident und Chief Executive Officer des WEF (bis zum Rücktritt)

Aus den veröffentlichten Dokumenten des US-Justizministeriums geht hervor, dass Brende Epstein dreimal bei geschäftlichen Abendveranstaltungen getroffen und in der Zeit mit ihm korrespondiert habe, als Epstein bereits wegen Sexualstraftaten verurteilt gewesen sei. Die Co-Vorsitzenden des WEF, André Hoffmann und Larry Fink, gaben bekannt, dass eine unabhängige Prüfung keine neuen Verstöße festgestellt habe, abgesehen von den bereits bekannten.

Folgen für das Forum und das Vertrauen

Dieser Rücktritt ist nicht nur eine Personalentscheidung. WEF versteht sich als Plattform, die globale wirtschaftliche und investitionsbezogene Prioritäten mitprägt. Der Verlust oder die Beschädigung des Vertrauens in die Führung kann Prozesse verlangsamen, die mit der Mobilisierung von Investitionen und der Koordination von Maßnahmen verbunden sind – Prozesse, die für Wiederaufbau und Entwicklung, insbesondere in der Ukraine, wichtig sind.

Der Stiftungsrat hat bereits die Suche nach einem dauerhaften Nachfolger begonnen; die Aufgaben übernimmt vorübergehend Alois Zwinggi. Eine schnelle, aber transparente Ernennung wird entscheidend sein, um den Ruf wiederherzustellen.

Kontext: „Epstein-Dateien“ und eine Kette von Rücktritten

Die Veröffentlichung von Unterlagen des US-Justizministeriums am 30. Januar und die anschließenden Enthüllungen lösten eine Welle von Rücktritten in Wirtschaft und Verwaltung aus: Zu den in den Berichten genannten Personen zählen die leitende Rechtsberaterin von Goldman Sachs Kathryn Ruemmler, der Vorsitzende von DP World Sultan Ahmed bin Sulayem sowie der Executive Chairman von Hyatt, Thomas Pritzker. Am 19. Februar wurde in Großbritannien der ehemalige Prinz Andrew im Zusammenhang mit den in diesen Unterlagen genannten Verdachtsmomenten festgenommen.

Was das für die Ukraine bedeutet

Für die Ukraine ist es wichtig, dass internationale Institutionen, die Investitions- und Wiederaufbaurichtungen vorgeben, ihre Legitimität und Transparenz bewahren. Jeder Schlag gegen den Ruf solcher Plattformen erschwert die Kommunikation über Finanzierungen für den Wiederaufbau und die Einbindung privater Partner. Das ist ein Signal an die Diplomatie und Analysten: die Anforderungen an Transparenz in Formaten zu verschärfen, in denen ausländische Investoren und internationale Institutionen eingebunden sind.

Fazit

Brendes Rücktritt ist eine Bewährungsprobe für das WEF: Kann das Forum das Vertrauen überzeugend wiederherstellen und seine Rolle als Zentrum globaler Koordination fortsetzen? Für die Ukraine ist das mehr als Elite-Klatsch – es geht um den Zugang zu Ressourcen und die Qualität des Dialogs über den Wiederaufbau. Die nächsten Schritte der Führung des Forums und seiner Aufsichtsgremien müssen transparent sein und darauf abzielen, reputationsbezogene Risiken zu verringern.

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