Details der Festnahme
Der ehemalige Abgeordnete der VIII. Legislaturperiode Ruslan Demchak wurde am 3. Januar 2026 in Deutschland auf Antrag des Büros des Generalstaatsanwalts festgenommen. Dies teilte die Pressestelle der OGP mit. Die Festnahme erfolgte im Rahmen eines Strafverfahrens, das das staatliche Untersuchungsbüro unter der Leitung der OGP untersucht.
Was ihm vorgeworfen wird
Demchak wird Beihilfe zur Manipulation am Aktienmarkt und Geldwäsche von aus Straftaten stammenden Einkünften vorgeworfen (Teil 5 Art. 27, Teil 2 Art. 222-1, Teil 3 Art. 209 des ukrainischen Strafgesetzbuchs). Nach Darstellung der Ermittler soll er 2017 durch vorgetäuschte Geschäfte mit inländischen Staatsanleihen einen künstlichen Investmentgewinn von über 20 Mio. Hrywnja erzielt haben, der anschließend legalisiert wurde.
„Nach Abschluss des Auslieferungsverfahrens wird die Anklageschrift gegen den ehemaligen Abgeordneten dem Gericht zur Verhandlung in der Hauptsache zugeleitet.“
— Pressestelle des Büros des Generalstaatsanwalts
Chronologie und prozessualer Status
Im August 2023 wurde Demchak der Tatverdacht mitgeteilt. Im Oktober 2024 ordnete ein Gericht auf Antrag der Staatsanwaltschaft Untersuchungshaft als Sicherungsmaßnahme an, und wegen seines Aufenthalts im Ausland wurde er international zur Fahndung ausgeschrieben. Im Oktober 2025 erteilte das Gericht die Genehmigung für ein spezielles vorgerichtliches Ermittlungsverfahren. Derzeit ist die Voruntersuchung abgeschlossen, die Akten stehen der Verteidigung zur Einsicht offen.
Kontext: Banken und Prüfungen
Der Fall ist von mehreren Umstände begleitet, die Bedeutung haben: 2018 prüfte das Nationale Antikorruptionsbüro (NABU) Demchak wegen des Verdachts auf mögliche illegale Bereicherung; früher gehörte ihm die Erde Bank, die 2012 für zahlungsunfähig erklärt wurde; im November 2025 erklärte die Nationale Bank die RVS Bank für zahlungsunfähig, die ebenfalls mit Demchak in Verbindung gebracht wurde.
Warum das wichtig ist
Dieser Fall ist nicht nur eine persönliche Angelegenheit. Die Ermittlungen und der Gerichtsprozess können das Vertrauen der Investoren in den Markt für Inlands-Staatsanleihen (OVDP), den Ruf der Aufsichtsbehörden und die allgemeine Transparenz des Marktes für Staatsverschuldung beeinflussen. Die Effektivität der Ermittlungen und ein transparentes Gerichtsverfahren sind Schlüsselelemente zur Wiederherstellung des Vertrauens, das die Kosten der Staatsverschuldung und die wirtschaftliche Stabilität beeinflusst.
Das vereinfachte Auslieferungsverfahren kann mindestens drei Monate dauern; nach dessen Abschluss wird die Anklageschrift dem Gericht zur Verhandlung in der Hauptsache zugeleitet.
Was als Nächstes folgt
Die nächsten Schritte sind Auslieferung, Gerichtsverfahren und die Bewertung der Beweislage. Das ist eine Probe für das Rechtssystem: Wird es in der Lage sein, Fälle gegen hochrangige Personen ohne politischen Einfluss und Verzögerungen zu führen? Wenn ja — wäre das ein Signal an den Markt und die Bürger, dass Verstöße im Finanzsektor Konsequenzen haben.
Ob sich Festnahmen und Strafverfahren in eine systemische Veränderung im Management der Staatsfinanzen und bei Verantwortlichkeiten verwandeln — diese Frage richtet sich an Gerichtsbarkeit, Aufsichtsbehörden und die Gesellschaft.