Borodjanka, wo 222 Hunde in Gehegen starben, sucht ein neues Zuhause für Rudy

In der Stadt, in der während der Besatzung hunderte Tiere durch Hunger und Durst starben, retten Freiwillige von "VARTI" immer noch diejenigen, die warten. Rudá ist eine von ihnen.

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Im April 2022, kurz nachdem Borodyanka von den Besatzern befreit worden war, betraten Freiwillige das lokale städtische Tierheim und fanden 485 Hunde in Gehegen eingesperrt vor — ohne Futter und Wasser für einen ganzen Monat. 222 von ihnen überlebten nicht. Die Leitung des Tierheims hatte die Tiere nicht evakuiert und lehnte Angebote von Tierschutzorganisationen ab, die dies vorher angeboten hatten.

Drei Jahre später bleibt Borodyanka eine Stadt, in der Tierschützer buchstäblich bei Null anfangen mussten. Die gemeinnützige Organisation «VARTI» — eine derjenigen, die weiterhin ein Übergangszentrum betreiben und Besitzer für die lokalen Straßentiere suchen. Derzeit haben sie einen rotbraunen Mischling namens Rudi in ihrer Obhut.

«Sie ist nicht nervös und nicht aufdringlich — sie wird einfach ruhig neben dir sein, dich von der Arbeit abholen und sich über jede Aufmerksamkeit freuen. Sie braucht ihr eigenes Zuhause und ihren eigenen Menschen für immer».

— Freiwillige von «VARTI»

Rudi ist mittelgroß, ruhig, sanftmütig. Solche Hunde in Tierheimen werden «Unsichtbare» genannt: ohne auffällige Rasse, ohne spektakuläres Video, ohne virale Geschichte. Genau sie warten am längsten.

Warum das gerade jetzt wichtig ist

Nach Angaben des städtischen Tierheims KP «Kiewer städtisches Krankenhaus für Veterinärmedizin» in Borodyanka sind etwa ein Viertel aller Schützlinge — ehemalige Haustiere, die wegen des Krieges, eines Umzugs oder finanzieller Schwierigkeiten aufgegeben wurden. Das heißt, jedes vierte Tier dort hat bereits erlebt, was ein Zuhause ist — und hat es verloren.

Die Freiwilligen von «VARTI» suchen für Rudi nicht vorübergehende Pflege, sondern eine permanente Familie. Die Kontakte erhalten Sie über die Seite der Organisation.

Wenn die Zahl der vertriebenen Menschen nach der Entokupation der Kiewer Region nicht zum Vorkriegsniveau zurückkehrt — werden die lokalen Freiwilligen genug Ressourcen haben, um ein Übergangszentrum für solche wie Rudi ohne systematische städtische Unterstützung zu unterhalten?

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