Der Stadtrat von Irpin hat eine neue Welle von Zahlungen für die Wiederherstellung beschädigter Wohnungen genehmigt: 53 Familien werden Entschädigungen in Höhe von insgesamt 7,9 Millionen Hrywnja erhalten. Die durchschnittliche Summe pro Haushalt beträgt etwa 149.000 Hrywnja.
Dies ist nicht die erste Auszahlungstranche. Die Stadt arbeitet systematisch, Welle für Welle, alle Listen derjenigen ab, deren Wohnungen während der russischen Besatzung im Frühjahr 2022 beschädigt wurden. Irpin wurde damals zu einem der Symbole des Krieges – und zu einem der ersten Tests für die Ukraine: Kann der Staat nicht nur die Stadt befreien, sondern auch den Menschen ein normales Leben zurückgeben.
Der Mechanismus ist auf dem Papier einfach: Eine Familie reicht Unterlagen ein, eine Kommission dokumentiert die Schäden, der Rat genehmigt die Zahlung. In der Praxis – das sind Monate des Wartens, bürokratische Anforderungen zum Nachweis des Eigentumsrechts und eine Warteschlange, die langsamer schrumpft, als die Baupreise steigen.
53 Familien – das sind konkrete Menschen mit konkreten Löchern in den Wänden und undichten Dächern. Aber hinter dieser Zahl steht auch eine breitere Dimension: Irpin – eine Stadt mit über 60.000 Einwohnern vor dem Krieg – hat noch nicht alle Entschädigungsanträge abgeschlossen. Wie viele Familien noch in der Warteschlange sind und wann das Programm vollständig umgesetzt sein wird, hat der Stadtrat nicht öffentlich bekanntgegeben.
Eine separate Dimension ist die Angemessenheit der Summe. 149.000 Hrywnja Anfang 2023 und 149.000 Hrywnja jetzt – das ist ein unterschiedlicher Reparaturumfang: Baumaterialien sind teurer geworden, auch die Arbeitskosten. Das Programm fixiert die Schadensumme zum Zeitpunkt der Bewertung, indexiert sie aber nicht bis zum Zeitpunkt der Auszahlung.
Wird Irpin alle Verpflichtungen gegenüber seinen Bürgern erfüllen, bevor die Inflation die Entschädigungen auf ein Niveau abwertet, das nicht einmal die Hälfte der Reparaturkosten deckt?