Riesenrad vom Kontraktowa-Platz wird nach 8 Jahren und mehreren Gerichtsverfahren demontiert – es wird nach Truskawez transportiert

Der französische Unternehmer Louis Touten baut eine 43 Meter hohe Attraktion auf dem Podol ab, die seit 2017 ohne Genehmigung dort stand. Das Finale ist keine Demontage aus Sicherheitsgründen, sondern ein Umzug in die Region Lwiw vor dem Hintergrund einer Drohung mit einer internationalen Klage.

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Der Kontraktowa-Platz gibt sich allmählich seinen offenen Horizont zurück: Arbeiter demontieren das Metallgerüst des Riesenrades, die Kabinen wurden bereits in Containern abtransportiert. Was Kiewer als Teil der Silhouette Podols wahrnahmen, entpuppte sich als eine Attraktion ohne jede Genehmigung — und den Schlusspunkt in dieser Geschichte setzt nicht die Stadt, sondern der französische Eigentümer unter Druck der Staatsanwaltschaft.

Warum gerade jetzt

Der formale Anlass entstand im Dezember 2025: Die Bezirksstaatsanwaltschaft Podil stellte fest, dass die Metallkonstruktionen des Riesenrades auf Holzbalken mit Hohlräumen im Inneren standen, die durch mechanische Belastung zerstört wurden. Im Dezember wandte sich die Staatsanwaltschaft an das Gericht, am 30. Dezember verhängte das Rayon-Gericht Podil einen Arrest mit Betriebsverbot, und zwei KMDA-Beamte — die Direktorin der Landessouveränitätsabteilung und der Direktor der Abteilung für Territorialkontrolle — wurden verdächtigt, fahrlässig ihre amtlichen Pflichten verletzt zu haben.

Aber der formale Anlass ist nicht das ganze Bild. Wie das Nachrichtenportal „Twoje misto" berichtet, funktionierte das Riesenrad die ganze Zeit ohne irgendwelche Genehmigungen. Die Abteilung für Territorialkontrolle stellte mehrfach Befehle zum Abbau aus — insbesondere den letzten noch am 22. Dezember 2025. Der Eigentümer ignorierte sie.

Justizielles Karussell und Androhung des Haager Gerichts

Der Eigentümer der Attraktion, der französische Unternehmer Louis Touten, stimmte der Bewertung des Gefahrenzustandes nicht zu. Er berief sich auf ein Technische-Inspektions-Gutachten vom Oktober 2025, das von der LLC „Interregionales Expertisen- und Technisches Zentrum" erstellt wurde und die Übereinstimmung mit den Passdaten bestätigte. Am 4. März 2026 hob das Kiewer Berufungsgericht die Beschlagnahme und das Betriebsverbot auf eine Beschwerde des Eigentümers hin auf.

„Wenn man mich unter Druck setzt — lasse ich alles, wie es ist"

Louis Touten bei einer Gerichtsverhandlung, Mai 2026

Bei der Verhandlung im Mai bat Touten erneut, die Sache zu verschieben und erklärte, dass er die Konstruktion selbst abbauen werde. Der Staatsanwalt erinnerte daran: Der Eigentümer hatte sein solches Versprechen bereits im letzten Jahr gegeben. Darauf kündigte Touten an, sich an ein internationales Gericht zu wenden, wenn der Druck nicht nachlasse.

Wohin fährt das Riesenrad

Trotz der Drohungen läuft der Abbau weiter. Nach Angaben des Nachrichtenportals „Abschied von einem Symbol Podols" ist das neue Bestimmungsziel der Attraktion Truskawez in der Region Lemberg. Das Riesenrad ist praktisch vollständig zerlegt und wird zum Transport vorbereitet. Auf diese Weise wird Kiew einen touristischen Präzedenzfall bewahren — die Attraktion kam 2017 aus Paris nach Kiew und kehrt nun in eine andere ukrainische Stadt zurück.

Die KMDA vermerkt, dass sie Verhandlungen mit dem Eigentümer über einen neuen Standort in Kiew führte, aber eine Einigung nicht zustande kam. Nach Aussage des Stellvertreters des KMDA-Vorsitzenden Valentyn Mondriyevskyi hat die Attraktion „ihre touristische Attraktivität für Podol bewiesen" und muss ausschließlich im rechtlichen Rahmen funktionieren.

Wenn Truskawez das Riesenrad ohne Lösung der Frage der Genehmigungsdokumentation erhält — wird der neue Standort dann nicht dasselbe Schema eines achtjährigen Funktionierens in einer rechtlichen Grauzone reproduzieren?

Weltnachrichten