36,7 Mio. UAH Kaution: Wer die Verteidigung zweier „Diener“ bezahlt hat und was das für das Vertrauen in die Institutionen bedeutet

Die Journalistinnen und Journalisten der „Skhemy“ haben herausgefunden, wer fast 36,7 Mio. Hrywnja Kaution für Olha Savchenko und Yevhen Pyvovarov hinterlegt hat – es ist eine Geschichte, die nicht nur vom Geld handelt, sondern von den Mechanismen der Verantwortung im Parlament.

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Kurz

Nach Angaben der Journalistinnen und Journalisten des Projekts «Схеми» (Radio Svoboda) wurden für die Abgeordneten der «Слуги Народу» Olha Savchenko und Jewhen Pyvovarov fast 36,7 Mio. грн an Kaution hinterlegt. Höhe und Herkunft der Zahlungen werfen Fragen zur Transparenz der finanziellen Unterstützung der Beschuldigten auf und stellen die Mechanismen parlamentarischer Verantwortung auf die Probe.

Wer und wie viel gezahlt hat

Die Journalistinnen und Journalisten berichten, dass am 8. Januar der Anwalt von Savchenko, Ihor Fomin, für die Beschuldigte 16,6 Mio. грн hinterlegt hat. Seinen Angaben zufolge stammen Teile der Mittel aus persönlichen Ersparnissen, Teile wurden aufgrund der hohen Kautionssumme geliehen.

Am selben Tag hinterlegten sieben Privatpersonen die Kaution für den Abgeordneten Jewhen Pyvovarov in Zahlungen zwischen 150.000 und 5.000.000 грн. Die Gesamtsumme beträgt nahezu 20 Mio. грн.

Kontext: Was diese Aktion aussagt

Am 27. Dezember teilte das Nationale Antikorruptionsbüro der Ukraine (НАБУ) mit, eine Gruppe aufgedeckt zu haben, zu der auch amtierende Abgeordnete gehörten; zu den Beschuldigten zählen Pyvovarov, Savchenko sowie Ihor Negulevskyj, Jurij Kisjel und Mychajlo Laba. Die Stellung von Kaution ist übliche prozessuale Praxis, doch in diesem Umfang wirft sie mehrere wichtige Fragen auf:

  • Herkunft der Mittel. Große Summen, die von Privatpersonen oder Anwälten hinterlegt werden, bedürfen öffentlicher Erklärung, um Spekulationen über intransparente Finanzierungswege zu vermeiden.
  • Signal an die Gesellschaft. Wenn beschuldigte Politiker durch hohe Kautionen auf freiem Fuß bleiben können, beeinflusst das das Gerechtigkeitsempfinden und das Vertrauen in die Institutionen.
  • Verfahrens- und Ermittlungsprozess. Die Kaution klärt die Frage der Haftmaßnahme, ändert aber nichts am Verlauf der Voruntersuchung und an der möglichen gerichtlichen Perspektive.

„Ein Teil der Mittel sind meine persönlichen Ersparnisse, den Rest musste ich wegen der Höhe der Kaution leihen. Jetzt werden Anklage und Verteidigung im Rahmen der Voruntersuchung weiterarbeiten.“

— Ihor Fomin, Anwalt

Warum das für den Leser wichtig ist

Es geht nicht nur um einzelne Namen. Für jede Bürgerin und jeden Bürger ist die Transparenz der Finanzierung der Verteidigung von Politikern eine Frage der Effektivität antikorruptiver Institutionen und der Gleichheit vor dem Gesetz. Wenn hohe Kautionen regelmäßig von interessierten Dritten übernommen werden, droht das System, zu einem Feld für politische und finanzielle Manipulationen zu werden.

Wie es weitergeht

Die nächsten Schritte liegen bei den Ermittlungen und dem Gericht. Das NABU wird die Untersuchung fortsetzen, und die Verteidigung wird die Möglichkeit haben, ihre Position im Rahmen der Voruntersuchung zu verteidigen. Zugleich ist es wichtig, dass Behörden und Medien die Herkunft der Mittel für solche Kautionen sowie den Fortgang der Ermittlungen aufmerksam verfolgen — es geht um Vertrauen in staatliche Institutionen, das sich nicht in großen Worten, sondern in transparenten Entscheidungen misst.

Quellen: Journalistinnen und Journalisten des Projekts «Схеми» (Radio Svoboda); Mitteilung des Nationalen Antikorruptionsbüros der Ukraine vom 27. Dezember.

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