Was passiert ist
Die Generalversammlung des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) hat beschlossen, russische und belarussische Sportler zu den Paralympischen Winterspielen 2026 unter ihren Nationalflaggen und mit dem Abspielen der Nationalhymnen zuzulassen. Die Information verbreiteten Reuters und UNN.
Einzelheiten der Entscheidung
Das IPC hat insgesamt nur zehn gemeinsame Startplätze zugeteilt: Russland — sechs (zwei im paralympischen Alpinski, zwei im Langlauf und zwei im Snowboard), Belarus — vier im Langlauf. Die Entscheidung wurde auf der Generalversammlung getroffen und, wie der Präsident der Organisation betonte, ist sie endgültig.
"Diese Entscheidung kann weder vom Vorstand noch von mir aufgehoben werden"
— Andrew Parsons, Präsident des Internationalen Paralympischen Komitees
Reaktion der Ukraine und Partner
Nach der Bekanntgabe teilte Kiew mit, dass das ukrainische Team die Eröffnungszeremonie der Spiele in Verona am 6. März boykottieren werde. Das tschechische Paralympische Komitee äußerte aus Solidarität eine ähnliche Position; einzelne polnische Amtsträger werden sich ebenfalls der Teilnahme enthalten. Das ist ein deutliches politisches Signal, das über das rein sportliche Protokoll hinausgeht.
Warum das wichtig ist
Das IPC beruft sich auf die Prinzipien der Inklusion und den Schutz der Rechte der Sportler. Gleichzeitig weisen Analysten auf mehrere Risiken hin: Legitimierung der Regime, eine Verringerung der moralischen Unterstützung für ukrainische Athleten und die Verwandlung sportlicher Austragungsorte in Arenen geopolitischer Symbole. Reuters stellt fest, dass die Entscheidung das Vertrauen in internationale Verbände beeinträchtigen und weitere diplomatische Schritte auslösen könnte.
Was sich als Nächstes ändern könnte
Partner, Sponsoren und nationale Komitees haben nun die Wahl: den Druck auf das IPC öffentlich zu verstärken oder zu unmittelbaren Maßnahmen zu greifen — vom Boykott von Zeremonien bis hin zu rechtlichen Initiativen. Für die ukrainischen Sportler ist die Schlüsselfrage, ob Sicherheit und faire Wettbewerbsbedingungen gewährleistet werden, und für Staaten, ob dies einen Präzedenzfall in der Sportdiplomatie schafft.
Fazit
Die Entscheidung des IPC hat bereits Auswirkungen jenseits des Sportfeldes: Zeremonien, Diplomatie, öffentliches Vertrauen. Der nächste Schritt liegt bei den Partnerländern und den Medien — vom Bekunden von Solidarität hin zu konkreten Maßnahmen. Und die zentrale Frage, die sich heute stellt: Wird der internationale Sport in der Lage sein, die Rechte der Athletinnen und Athleten zu schützen, ohne dabei Prinzipien von Gerechtigkeit und Sicherheit preiszugeben?