Luftstreitkräfte, Marine, Ausbildung: Schweden und Belgien kündigen künftige Sicherheitsgarantien für die Ukraine an — was das bedeutet

Schweden und Belgien haben zugesagt, konkrete Bestandteile — von Luftüberwachung über Entminung bis hin zu Ausbildungsprogrammen — in ein System von Sicherheitsgarantien für die Ukraine nach einem Friedensabkommen einzubringen. Wir erläutern, welche Bedingungen daran geknüpft sind und welche Auswirkungen das auf die Verteidigungsfähigkeit und die langfristige Stabilität hat.

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Was konkret angeboten wurde

Die Ministerpräsidenten Schwedens und Belgiens teilten in Beiträgen auf X ihre Bereitschaft mit, einen Teil der Elemente künftiger Sicherheitsgarantien für die Ukraine zu stellen. Zentrale Komponenten:

  • Luftraumüberwachung — schwedische Kampfflugzeuge vom Typ Gripen zur Überwachung des Luftraums über der Ukraine;
  • Maritime Fähigkeiten — Mittel für die Minenräumung im Schwarzen Meer und zur Sicherung der Seewege;
  • Ausbildung von Personal — Fortsetzung der Schulung ukrainischer Offiziere und Kräfte zur Kontrolle und Führung von Sicherheitsoperationen.

«Eine notwendige Bedingung ist selbstverständlich der Abschluss einer Friedensvereinbarung, die klare Festlegung von Regeln für den Einsatz von Gewalt durch multinationale Streitkräfte und die offizielle Zustimmung der Parlamente. Schweden ist bereit, seinen Beitrag zur Herstellung von Frieden in Europa zu leisten.»

— Ulf Kristersson, Ministerpräsident von Schweden

«Unser Beitrag wird sich insbesondere auf die Sicherstellung von Luft- und Seefähigkeiten sowie auf Ausbildungsanstrengungen konzentrieren, in denen Belgien eine spürbare und bedeutende Wirkung erzielen kann.»

— Bart De Wever, Ministerpräsident von Belgien

Kontext und Bedingungen

Die Ankündigung erfolgte vor dem Hintergrund der Unterzeichnung einer Absichtserklärung zur Entsendung multinationaler Kräfte am 6. Januar 2026, die Wolodymyr Selenskyj, Emmanuel Macron und Keir Starmer unterzeichneten. Am selben Tag veröffentlichte das Präsidialamt eine gemeinsame Erklärung der Länder der „Koalition der Willigen“ nach dem Treffen in Paris.

Wichtiger Vorbehalt — diese Garantien sind konditional: sie setzen den Abschluss einer Friedensvereinbarung, klare Regeln für den Einsatz von Gewalt und die parlamentarische Zustimmung in den Geberländern voraus. Ohne diese rechtlichen und politischen Grundlagen bleiben die technischen Möglichkeiten deklarativ.

Warum das für die Ukraine wichtig ist

Erstens: Luftraumüberwachung und Aufklärung verringern das Risiko überraschender Angriffe und ermöglichen einen effektiveren Schutz ziviler Infrastruktur. Zweitens: die Minenräumung im Schwarzen Meer ist der Schlüssel zur Wiederherstellung der Schifffahrt und zur wirtschaftlichen Belebung der Region. Drittens: die systematische Ausbildung von Offizieren erhöht die Fähigkeit der ukrainischen Armee, sich in multinationale Formate zu integrieren und die Verteidigung auf modernem Niveau zu halten.

Analysten internationaler Institute, darunter IISS und ECFR, weisen darauf hin: die Kombination aus technischen Mitteln, Ausbildung und transatlantischer Überwachung macht das künftige Garantiesystem lebensfähiger, jedoch nur bei einem klaren Kontroll- und Finanzierungsmechanismus.

Die Rolle der USA und die nächsten Schritte

Der belgische Premier betonte, dass die Wirksamkeit solcher Garantien in hohem Maße von amerikanischer Unterstützung und Überwachung abhängen wird. Die Frage ist nun, wie die Deklarationen in rechtlich verbindliche Abkommen, Einsatzmechanismen und Haushaltsverpflichtungen umgesetzt werden.

Fazit. Die von Schweden und Belgien angekündigten Komponenten sind keine vollständige Lösung des Sicherheitsproblems, aber sie stellen wichtige Bausteine der künftigen Architektur von Garantien dar. Die nächste Phase besteht in der Ausdifferenzierung der Regeln für den Gewalteinsatz, der Finanzierung und der Rolle der USA als Überwachungs-Garant. Ob der politische Wille in operative Fähigkeiten umgesetzt wird — die zentrale Frage für die Sicherheit der Ukraine in den kommenden Monaten.

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