Was der Vorsitzende der Zentralwahlkommission sagte
In einem Interview mit Ukrinform setzte der Vorsitzende der Zentralwahlkommission Oleh Didenko die Prioritäten klar: Für die Wiederaufnahme der Wahlen sind in erster Linie angemessene Sicherheitsbedingungen erforderlich. Das ist keine Rhetorik – das ist eine operative Voraussetzung, die sowohl in der Präsidialverwaltung als auch bei den internationalen Partnern verstanden wird.
"Zunächst müssen angemessene Sicherheitsbedingungen gewährleistet werden, über die auch der Präsident spricht, und die internationalen Partner verstehen, dass dies eine notwendige Voraussetzung ist, und ich sehe, dass es in unserer Gesellschaft einen Konsens zu dieser Frage gibt. Wie kann man unter Raketenbeschuss Wahlen durchführen?"
— Oleh Didenko, Vorsitzender der Zentralwahlkommission (Interview mit Ukrinform)
Was das Gesetz sagt und welche Fristen gelten
Nach der derzeitigen Fassung des Gesetzes muss der Wahlprozess für die Parlamentswahlen beginnen, wenn der Kriegszustand aufgehoben wird, und zwar innerhalb eines Monats. Deshalb geht es nicht nur um das Datum der Aufhebung des Kriegszustands, sondern auch um praktische Vorbereitungsschritte: von der Wiederherstellung der Register bis zur Logistik der Stimmabgabe in von Kampfhandlungen betroffenen Regionen.
"Die Frage der Fristen ist immer eine Frage des Ausgleichs. Einerseits: je länger die Frist, desto besser kann man sich vorbereiten ... Andererseits darf diese Frist nicht übermäßig lang sein"
— Oleh Didenko, Vorsitzender der Zentralwahlkommission
Politischer Kontext
Erwähnenswert sind einige jüngste politische Signale: Am 9. Dezember gab es in den USA Aufrufe zur Durchführung von Wahlen; der Präsident der Ukraine antwortete, er sei bereit, betonte jedoch die Sicherheitsbedingungen. Im Parlament wurden Initiativen zur Erörterung von Wahlen während des Kriegszustands und zur Bildung von Arbeitsgruppen registriert, und das Staatliche Wählerregister nahm seine Arbeit wieder auf — zum ersten Mal seit Beginn des großen Krieges. Gleichzeitig warnt das Präsidialamt vor Versuchen Russlands, den Boden für eine Nichtanerkennung des Prozesses vorzubereiten.
Was das praktisch bedeutet
Der von Didenko vorgeschlagene Rahmen ist pragmatisch: Sicherheit wird Zeitpunkt und Format bestimmen. Damit ist die Liste der notwendigen Schritte in der Formel einfach, in der Umsetzung jedoch schwierig: von der Integration der Registerdaten und der Wiederherstellung der Zugänglichkeit der Wahllokale bis zur Gewährleistung der Sicherheit der Wähler und internationaler Beobachtung. Analysten und Juristen weisen darauf hin, dass jede Beschleunigung ohne angemessene Vorbereitung das Vertrauen in das Ergebnis untergraben könnte.
Schlussfolgerung
Die Position der Zentralwahlkommission ist ein Signal sowohl an die Regierung als auch an die Partner: Erklärungen zur Wahlbereitschaft müssen mit konkreten Maßnahmen in den Bereichen Sicherheit und administrativer Vorbereitung verbunden werden. Die Frage ist nun nicht nur rechtlicher, sondern auch logistischer und politischer Natur: Werden die Institutionen in der Lage sein, sichere Bedingungen aus einem Bestreben in eine Realität zu verwandeln, die freie und anerkannte Abstimmungen sicherstellt?
Quellen: Interview mit Oleh Didenko für Ukrinform, öffentliche Aussagen des Präsidenten und der Parlamentsführung, Informationen zur Arbeit des Staatlichen Wählerregisters.