Arbeitslose aus Sumy und ehemalige Geschäftsinhaberin aus Sewastopol: Wie der FSB Attentäter in Kiew rekrutiert

Der SBU stoppte die Sprengung eines Autos eines Militärs auf dem Maidan – aber nicht durch Geheimdienst-Arbeit, sondern durch einen GPS-Tracker am Auto des Opfers. Hinter diesem Fall steckt ein systematisches Rekrutierungsschema mit dem Versprechen eines „leichten Verdienstes".

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Підозрювана (Фото: СБУ)

Ermittler haben zwei Frauen festgenommen, die Berichten zufolge die Sprengung eines Autos der ukrainischen Streitkräfte im Zentrum Kiews planten. Der Terroranschlag sollte in der Nähe einer Fußgängerzone auf dem Maidan Nezaleschnosti stattfinden. Dies teilte der Sicherheitsdienst der Ukraine mit.

Wie dies hätte funktionieren sollen

Das Schema war in zwei unabhängige Stränge aufgeteilt – die Ausführerinnen kannten sich nicht. Eine arbeitslose Bewohnerin der Region Sumy kam nach Kiew, logierte sich in einem Hotel ein und fertigte eine selbstgebaute Sprengvorrichtung nach einer Videoanleitung ihres Betreuers aus Russland an. Um die Sache zu verschleiern, verkleidete sie sich auf dem Weg zum Friedhof als ältere Frau – Kopftuch, Blumen. Die fertige Bombe deponierte sie in einem Versteck auf einem der Kiewer Friedhöfe.

Die Sprengstoff-Bombe hätte eine andere Person bergen und unter dem Auto anbringen sollen – eine ehemalige Inhaberin eines Konditoreigeschäfts aus Sewastopol. Sie war der Endphase der Operation näher.

«Der Feind hat sie durch ihre Bekannten aus der Russischen Föderation angeworben, die mit russischen Geheimdienstlern zusammenarbeiten».

Sicherheitsdienst der Ukraine

Was den Terroranschlag stoppte – und das ist wichtig

Der SBU entdeckte einen GPS-Tracker auf dem Auto, bevor die Sprengstoff unter das Fahrzeug gelegt wurde. Die Operation wurde also nicht durch die Enttarnung der Agenten gestoppt, sondern durch die Überwachung des Fahrzeugs. Eine der Frauen wurde in dem Moment festgenommen, als sie kam, um die Bombe aus dem Versteck zu holen. Bei der anderen fanden Ermittler zu Hause weitere 6 Kilogramm Sprengstoff.

Keine Ausnahme – ein Trend

Dieser Fall reiht sich in eine dokumentierte Serie ein. Nach Angaben der Nationalpolizei haben Ermittler seit Anfang 2026 sieben Frauen festgenommen, die Terroranschläge planten. 2025 wurden 83 Personen wegen Vorbereitung oder Begehung von Terrorakten festgenommen – darunter 16 Frauen und 5 minderjährige Mädchen.

Die Anwerbungsmethode ist einheitlich: Russische Geheimdienste suchen über Telegram und andere Messenger nach Ausführenden und bieten «schnelle Verdienstmöglichkeiten» oder «einfache Arbeit vom Telefon» an. Die Zielgruppe – Arbeitslose, Menschen mit finanziellen Schwierigkeiten, Jugendliche. Zunächst geben sie harmlose «Test»-Aufgaben – ein Objekt fotografieren, ein Versteck mit Waffen anlegen, einen Standort senden. Nach dem ersten Schritt folgen Erpressung und Eskalation.

Wie der Film «FSB-Ballerinen» der Journalisten von «Slidstvo.Info» dokumentierte, erhielt die Redaktion während ihres eigenen Experiments ein Angebot, einen ukrainischen Soldaten für 5.000 Dollar zu töten – über denselben Telegram-Kanal.

Strafe – lebenslang

Beiden Frauen wurde Verdacht mitgeteilt. Der Artikel über die Vorbereitung eines Terroranschlags in der Ukraine sieht lebenslange Freiheitsstrafe vor. Gleichzeitig stoppte der SBU 2025 über hundert ähnliche Verbrechen noch vor ihrer Umsetzung – und die meisten von ihnen wurden Berichten zufolge in der Phase der Deponierung oder Überwachung aufgedeckt, nicht durch das Eindringen von Agenten in das Anwerbungsnetzwerk.

Wenn die Anwerber in Russland bleiben und ausschließlich über Messenger handeln – wird sich diese Statistik ohne einen Druckmechanismus auf die Plattformen oder Operationen außerhalb der Ukraine ändern?

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