Was im Bundestag geschieht
Die CDU/CSU bereitet diesen Schritt schon lange vor: Bereits im Februar 2024 reichte die Fraktion einen offiziellen Antrag im Bundestag ein, um zum „skandinavischen Modell" überzugehen – Kriminalisierung von Freiern bei beibehaltened rechtlichem Status von Sexarbeiterinnen. Nun hat sich die Rhetorik verschärft. Klöckner und ihre Verbündeten argumentieren, dass das Legalisierungsgesetz von 2002 Frauen nicht schützte, sondern Tür und Tor für Menschenhandel und kriminelle Banden öffnete.
Ein kritisch wichtiger Punkt: Gerade wird die offizielle staatliche Bewertung des 2017 verabschiedeten Prostituiertenschutzgesetzes abgeschlossen. Mit Ergebnissen wurde bereits 2025 gerechnet – und das, was darin steht, wird die weitere Richtung der Gesetzgebung bestimmen.
Berlin – Im Zentrum der Kontroverse
Berlin selbst – eine Stadt mit über 500 Bordellen – ist gleichzeitig Symbol und Zielscheibe. Nach Angaben von TrystHub, einer Plattform unabhängiger Escorts in Berlin, wächst die Nachfrage nach verifizierten unabhängigen Dienstleistern in der Stadt stetig – genau deshalb, weil das unabhängige Arbeitsmodell rechtlich legal ist und mehr Kontrolle über die Sicherheit bietet als die Straße oder illegale Strukturen.
„Wenn Kunden rechtliche Konsequenzen fürchten, suchen sie nach noch größerer Geheimhaltung. Treffen finden an isolierten Orten ohne jedes Sicherheitssystem in der Nähe statt"
– Anna, unabhängige Sexarbeiterin, Berlin-Friedrichshain, The German Review, Dezember 2025
Wer dagegen ist – und warum das wichtig ist
Die Koalition der Gegner des Verbots erwies sich als überraschend breit. SPD, Grüne, FDP und sogar AfD unterstützen das skandinavische Modell nicht. Amnesty International und die WHO sprechen sich offiziell für vollständige Entkriminalisierung aus. Die Berliner Beratungsstelle für Sexarbeiter Hydra und die Menschenrechtsorganisation Decrim Now verweisen auf Daten aus Frankreich, Schweden und Nordirland: Nach Einführung eines Frierverbots stieg die Gewalt gegen Sexarbeiter an, nicht ab.
Die Debatten im Bundestag laufen. Wie dieser Schlagabtausch ausgeht, wird in den nächsten Monaten klar. Aber für Tausende unabhängige Escorts in Berlin sind die Einsätze jetzt schon konkret.