Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte mit, dass der ukrainische Geheimdienst derzeit Informationen über einen möglichen neuen russischen Angriff mit der ballistischen Rakete „Oreschnik" überprüft. Die Daten stammen von amerikanischen und europäischen Partnern – dies deutet darauf hin, dass es sich um ein Signal aus mehreren unabhängigen Quellen handelt und nicht um eine einzelne Mitteilung.
„Oreschnik" ist eine russische ballistische Mittelstreckenrakete, die Moskau erstmals im November 2024 gegen die Ukraine einsetzte und dabei Dnipro angegriffen hat. Offizielle Vertreter der RF nutzten diesen Angriff offen als Demonstration – ein Signal an den Westen über die Fähigkeiten, die Russland bei einer Eskalation einzusetzen bereit ist.
Was bekannt ist
Selenskyj nannte keine konkreten Ziele, Zeitpunkte oder geografischen Regionen des möglichen Angriffs. Er betonte: Die Informationen werden überprüft, sind aber noch nicht bestätigt. Dies ist ein wesentlicher Unterschied – eine öffentliche Warnung während der Verifizierungsphase ist selbst ein Instrument: Sie erhöht den Preis des Angriffs für Moskau, da sie das Element der Überraschung nimmt.
Parallel dazu verzeichnet die Ukraine eine allgemeine Zunahme der Aktivität der russischen Streitkräfte in mehreren Abschnitten. Allerdings wurde eine direkte kausale Verbindung zwischen dieser und dem möglichen Angriff mit dem „Oreschnik" offiziell nicht bestätigt.
Warum dies jetzt wichtig ist
Nach dem ersten Einsatz des „Oreschnik" im November des letzten Jahres hat die NATO und der Westen insgesamt keine öffentliche Antwort auf die Frage entwickelt: Was ist eine angemessene Reaktion auf diese Waffenklasse? Die in der Ukraine eingesetzten Luftabwehrsysteme waren nicht für den Abschuss von ballistischen Raketen mit solchen Eigenschaften ausgelegt. Es wurden keine neuen Absprachen zur Bekämpfung des „Oreschnik" öffentlich angekündigt.
Das heißt, wenn der Angriff stattfindet – wird er unter den gleichen Bedingungen mangelnder Gegenmaßnahmen wie der erste stattfinden.
Unbeantwortete Fragen
Wenn die Geheimdienste der USA und Europas die Vorbereitung eines Angriffs rechtzeitig genug registriert haben, um Daten nach Kiew weiterzugeben – gibt es dann ein abgestimmtes Protokoll zwischen den Verbündeten über welche konkreten Maßnahmen auf solch eine Warnung folgen sollten, und wurde es dieses Mal aktiviert?