Litauen möchte die Frage der eingefrorenen russischen Vermögenswerte auf die Tagesordnung zurückholen

Vilnius beharrt darauf: Die 300 Milliarden Euro eingefrorener russischer Reserven sind kein bloßes Finanzinstrument, sondern ein echtes Druckmittel. Doch Europa traut sich bislang nicht, es vollständig einzusetzen.

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Кястутіс Будріс (Фото: Politico/Baldo Sciacca)

Litauen wirft erneut eine Frage auf, die der Westen gewohnt ist zu verschieben: Was ist mit den eingefrorenen russischen Vermögenswerten im Wert von etwa 300 Milliarden Euro zu tun, von denen der größte Teil bei Euroclear in Belgien verwahrt wird?

Der litauische Außenminister Gabrielius Landsbergis besteht darauf, dass diese Mittel keine technische Frage des internationalen Rechts sind, sondern ein konkretes Druckmittel. Nach seinen Worten bleiben die eingefrorenen Reserven ein „echter Hebel, um Russland zu Verhandlungen zu zwingen" – und dieser Hebel wird bisher nicht vollständig genutzt.

Was bereits getan wurde – und was fehlt

Die G7-Länder einigten sich darauf, die Erträge aus eingefrorenen Vermögenswerten – etwa 3 Milliarden Euro pro Jahr – zur Unterstützung der Ukraine zu verwenden. Die erste Tranche im Rahmen des ERA-Programms (Extraordinary Revenue Acceleration) im Umfang von 50 Milliarden Dollar wurde bereits 2024 vereinbart. Aber dies sind Zinsen, nicht die Hauptsumme.

Die Frage einer direkten Konfiszierung des Vermögensstamms selbst bleibt offen. Rechtliche Vorbehalte von Deutschland, Frankreich und der EZB – Risiken für den Euro als Reservewährung, Präzedenzfälle im internationalen Recht – haben eine breitere Diskussion faktisch blockiert.

Die litauische Logik

Vilnius beruft sich auf einfache Arithmetik: Wenn Russland weiß, dass 300 Milliarden Euro nach jedem „Einfrieren des Konflikts" zurückkommen, verschwindet der Anreiz für echten Frieden. Wenn aber Vermögenswerte an spezifische Bedingungen gebunden werden – Truppenabzug, Reparationen, Tribunal – ändert sich die Verhandlungsmathematik.

Die litauische Position ist nicht einzigartig: Estland und Polen haben sich ähnlich geäußert. Aber die kleinen baltischen Länder stehen vor dem bekannten Problem – ihre Stimme in Brüssel ist nicht proportional zu ihrer Handlungsbereitschaft.

Warum jetzt

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Angesichts von Gesprächen über mögliche „Waffenstillstände" und des amerikanischen Drucks auf Kiew für Verhandlungen gewinnt die Vermögensfrage eine neue Dimension: Werden die 300 Milliarden Euro Teil einer Vereinbarung – und unter wessen Bedingungen?

Wenn der Westen auf ein „Einfrieren des Konflikts" hinarbeitet, ohne Vermögenswerte an verifizierte Bedingungen zu binden, erhält Russland sowohl eine Pause zum Wiederaufrüsten als auch eine Garantie für die Rückgabe von Mitteln nach Lockerung der Sanktionen.

Bislang gibt es keinen Mechanismus, der das Schicksal der Vermögenswerte an konkrete, überprüfbare Maßnahmen Moskaus bindet – nur politische Erklärungen.

Werden sich die großen EU-Länder auf eine strikte Bindung von Vermögenswerten an Friedensbedingungen einigen – oder halten sie wieder bei einem Kompromiss an, der allen gefällt, außer der Ukraine?

Weltnachrichten

Gemeinde

Während die Front hält – wirkt der Hinterland. Die Region Kiew zusammen mit 11 Gemeinden hat an die 72. Brigade der Schwarzen Kosaken 54 Pickups übergeben – eine Rekordlieferung von Fahrzeugen während der gesamten Zeit der gemeinsamen Finanzierung der Region. Die Kämpfer, die täglich an den heißesten Frontabschnitten arbeiten, erhielten Transportmittel, die buchstäblich Leben retten.

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