"Waren 'inhaltlich': Wie die Verhandlungen von Witkoff und Kushner in Moskau verliefen"

Das Treffen im Kremlin dauerte über drei Stunden, doch das Wort "substanziell" bedeutet bislang noch kein unterzeichnetes Dokument — die Bewährungsprobe wird in Kiew stattfinden.

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Джаред Кушнер, Стів Віткофф і Володимир Путін 5 вересня 2026ку (Фото: EPA / MIKHAIL METZEL / SPUTNIK / KREMLIN)

Für Millionen Ukrainer, die diesen Winter erneut Stunden mit und ohne Licht zählen werden, klingt ein Wort aus dem Kremlin abstrakt. "Substanziell" — so beschrieb Putins Assistent Jurij Uschakow in einer Stellungnahme gegenüber TASS und einem Beamten des Weißen Hauses gegenüber Reuters das Gespräch des Diktators Wladimir Putin mit Donald Trumps Sondervertretern Steve Witkoff und Jared Kushner mit einem Wort. Hinter dieser Bewertung verbergen sich mehr als drei Stunden Verhandlungen, nach denen kein einziges Dokument veröffentlicht wurde, sondern nur Versprechungen.

Was gesagt wurde — und was nicht

Nach Angaben von Uschakow "versprachen" Trumps Verhandlungsführer, "Putins Bewertungen der Wege zur Konfliktbeilegung in Gesprächen in Kyjiw zu berücksichtigen". Diese Formulierung enthält keine Verpflichtung: einen Standpunkt berücksichtigen bedeutet nicht, ihn anzunehmen oder ihn sogar offiziell gegenüber Partnern zu äußern. Putins Assistent wiederholte auch, dass der Diktator die "Notwendigkeit der Beseitigung der Grundursachen des ukrainischen Konflikts" betont habe — eine rhetorische Konstruktion, die der Kremlin seit mehr als drei Jahren verwendet und faktisch die Kapitulation Kyjiws fordert.

Von amerikanischer Seite ist der Ton vorsichtiger, aber ebenso verschwommen: "Die Parteien erörterten konkrete Pläne für die nächsten Schritte, die in den kommenden Wochen angekündigt werden", erklärte ein Beamter der Trump-Administration. "Kommende Wochen" bedeutet in der diplomatischen Sprache oft "wenn es politisch günstig ist" — und dies ist nicht die erste ähnliche Ankündigung im Laufe eines Jahres von Verhandlungen.

Wer war im Zimmer

Die Zusammensetzung der Delegation deutet darauf hin, dass das Gespräch über eine rein militärische Lösung hinausging. Das Nachrichtenportal Axios schreibt unter Berufung auf einen Gesprächspartner des Weißen Hauses, dass an der Sitzung auch Beamte des Nationalen Sicherheitsrats der USA, des Außenministeriums und des Finanzministeriums teilnahmen, darunter Jean Lange, stellvertretende Leiterin der Sanktionsabteilung des US-Finanzministeriums. Die Anwesenheit eines Sanktionsbeamten ist ein Signal dafür, dass es um Fragen der Lockerung oder Aufhebung von Beschränkungen gehen könnte, nicht nur um die Frontlinie.

Uschakow bestätigte diesen Umfang direkt: Die Verhandlungen konzentrierten sich nicht nur auf die Ukraine — die Parteien erörterten mögliche große Vereinbarungen mit Washington. Das heißt, die Ukrainefrage wird in Moskau als Teil eines breiteren Geschäfts mit den USA betrachtet, wobei die Front nur eine der Variablen ist.

Verifizierungsmechanismus: drei Tage Stille

Das Einzige aus diesen Verhandlungen, das in absehbarer Zeit gemessen werden kann, ist nicht die Erklärung über "Substanzialität", sondern eine konkrete Pause bei den Angriffen. Der Kremlin-Sprecher Peskow erklärte, dass Putin befohlen habe, von Mitternacht am 6. September an und drei Tage lang Kyjiw nicht anzugreifen. Selenskyj bestätigte, dass die ZSU bereit sind, drei Tage lang Moskau nicht anzugreifen, und hofft, dass die RF spiegelbildliche Bedingungen für Kyjiw einhält.

Dies ist der erste Fall seit langer Zeit, in dem ein Versprechen klare zeitliche Grenzen und öffentliche spiegelbildliche Bestätigung von beiden Seiten hat — und damit die Möglichkeit, Verstöße ohne Interpretationen zu dokumentieren. Wenn es in diesen drei Tagen zu Angriffen auf Kyjiw oder Moskau kommt, wird klar, wie sehr sich das Wort "einigen" vom Wort "ausführen" unterscheidet.

Der Kontext, der die Pause wichtig macht

Verhandlungen über das Ende des Krieges wurden gerade vor dem Winter aktualisiert, wenn die Ukraine wieder mit massiven Angriffen auf Energieinfrastruktur und einem Mangel an Patriot-Abfangraketen konfrontiert werden könnte. Zu Beginn der Sitzung mit der amerikanischen Delegation nannte Putin die Situation selbst, die die Parteien erörterten, "nicht einfach" — eine seltene Anerkennung der Komplexität von jemandem, der normalerweise über Verhandlungen im siegreichen Ton spricht.

Die nächste Station ist Kyjiw, wohin Witkoff und Kushner direkt nach Moskau fahren und auf "nicht weniger fruchtbare Treffen" hoffen. Wenn die ukrainische Seite die gleichen Formulierungen über "Berücksichtigung von Putins Bewertungen" ohne Details zu Territorien, Gefangenenaustausch oder Sicherheitsgarantien hört, wird der Unterschied zwischen "substanziell" und "ergebnisorientiert" noch deutlicher. Die Frage für die kommenden drei Tage ist einfach: Wird die Anschlagspause länger anhalten als die Pressemitteilungen über sie?

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