Warum Russland nach Putin nicht auseinanderbrechen wird – Experte erklärt die Folgen für die Ukraine

In der großen Diplomatie sind stille Schlussfolgerungen wichtiger als laute Prognosen. Der Leiter des Analysezentrums „Ділова столиця“, Wadym Denysenko, erläutert, warum das Szenario massenhafter Separatismus in Russland unwahrscheinlich ist und was das für die Sicherheit der Ukraine bedeutet.

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In der großen Diplomatie zählen nicht laute Erklärungen, sondern stille Absprachen

Im Kommentar für LIGA.net erklärt der Leiter des Analysezentrums «Ділова столиця» Vadim Denisenko, warum selbst im Fall des Todes Wladimir Putins die Möglichkeit eines massenhaften Zerfalls Russlands — vom Kaukasus bis zum Fernen Osten — minimal bleibt.

Warum Separatismus jetzt unwahrscheinlich ist

Denisenko nennt zwei Schlüsselfaktoren. Erstens gibt es in der Gesellschaft keine Nachfrage nach der Abspaltung von Regionen; zweitens fehlt den lokalen Eliten eine reale Motivation, einen Aufstand zu beginnen. Das heißt nicht, dass es keine Bestrebungen nach größerer Autonomie gibt — diese sind aber eher finanzieller als politischer Natur.

„Zweitens gibt es keine Nachfrage seitens der Eliten dieser Regionen, sich mit Separatismus zu beschäftigen. Höchstens kann man sagen, dass in bestimmten Regionen ein gewisser Wunsch nach Dezentralisierung entstehen wird. Sie werden danach streben, mehr Geld zu erhalten und mehr Möglichkeiten zu haben, darüber zu verfügen. Das ist das Maximum, auf das die russische Elite derzeit hofft.“

— Vadim Denisenko, Leiter des Analysezentrums «Ділова столиця»

Der Analyst weist auch auf das Verhalten der lokalen Eliten hin: Sie werden sich danach richten, wie sich die Lage im Zentrum entwickelt. Wenn der Machtwechsel in Moskau relativ schnell und kontrolliert abläuft, wird es keine groß angelegten regionalen Aufstände geben.

„Höchstens kann man davon sprechen, dass die Regionen eine Umverteilung der Mittel fordern könnten. Derzeit verbleiben den Regionen im Durchschnitt 30–35 % der erwirtschafteten Gelder. Natürlich würden sie gerne zu einer Situation zurückkehren, in der sie 50 % hatten. Aber das ist das Maximum ihrer Wünsche.“

— Vadim Denisenko, Leiter des Analysezentrums «Ділова столиця»

Öffentliche Reaktion und politischer Kontext

Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in seiner Weihnachtsansprache die allgemeine emotionale Haltung der Mehrheit der Ukrainer gegenüber der russischen Führung widergespiegelt. Solche Botschaften sind ein Indikator gesellschaftlicher Spannung, verändern aber nicht die strukturellen Realitäten innerhalb der Russischen Föderation.

„Dass er verrecke“, sagte der Präsident während der Begrüßung und brachte damit zum Ausdruck, was ein Teil der Gesellschaft im Kontext des Kriegs und des Wunsches nach Frieden empfindet.

— Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine

Was das für die Ukraine bedeutet

Die Existenz eines zentralisierten Russland entbindet die Ukraine nicht von Risiken. Im Gegenteil: Ein stabiler Machtapparat kann militärisch-politische Ressourcen für die Fortsetzung der Aggression erhalten. Daraus ergibt sich für uns strategisch Folgendes:

  • Den internationalen Druck und die Sanktionen nicht verringern, solange die Bedrohung nicht beseitigt ist.
  • Die Verteidigungs- und wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit stärken — selbst im Falle eines Wechsels an der Spitze des Kremls.
  • Sich auf Szenarien politischer Turbulenzen in der Russischen Föderation vorbereiten, die lokal und unvorhersehbar sein können, aber nicht automatisch den Zerfall des Staates bedeuten.

Fazit

Nach Denisenkos Einschätzung ist ein umfassender Zerfall Russlands nach Putins Tod ein Szenario mit geringer Wahrscheinlichkeit, da es weder einen gesellschaftlichen noch einen elitären Bedarf dafür gibt. Für die Ukraine ist das jedoch kein Anlass zur Entspannung: Ein stabiles Russland kann die Konfrontation in anderer Form fortsetzen. Nun sind wir und unsere Partner am Zug — werden sich die Prognosen in reale politische Entscheidungen und Gegenmaßnahmen verwandeln?

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Politik

Während Russland versucht, internationale Institutionen als Waffe zu missbrauchen, schlagen der ukrainische Geist und professionelle Diplomatie zurück. Die Geschichte der Befreiung von Muhammad-Aslan Ocharhadzhi ist nicht nur ein juristischer Sieg, sondern ein klares Signal an den Kreml: Unsere Menschen sind geschützt, und Rechtsmanipulationen haben keinen Bestand mehr.

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