Zwei Tage Sturmangriffe am Pokrowsk-Abschnitt: Wie die ukrainischen Streitkräfte das Vorrücken im Raum Myrnohrad aufhalten

Russland erhöht den Druck bei Pokrovsk: Der Gegner führt nächtliche Angriffe durch und versucht, den Ballungsraum über Hryshyne und Rodynske zu umgehen. Wir erklären, was derzeit geschieht und warum das für die Sicherheit der Region wichtig ist.

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Was passiert

Seit Beginn des Jahres 2026 hat der Gegner seine Aktivitäten in der Pokrowsk-Agglomeration verstärkt. Nach Angaben des 7. Korps der Schnellreaktionskräfte der Luftlandetruppen bleibt im Raum Myrnohrad zum Stand 5. Januar eine angespannte Lage: Russlands Truppen führen seit zwei Tagen ununterbrochene Sturmangriffe durch, überwiegend nachts.

Taktik des Feindes

Da Frontalangriffe keinen Durchbruch bringen, ändert der Gegner seinen Ansatz: Er versucht, die Verteidigung über Hryshyne und Rodynske zu umgehen, setzt kleine Sturmgruppen (6–8 Personen) ein und nutzt leichte Motorräder sowie Buggys. Innerhalb von zwei Tagen hat der Gegner mehr als 30 Kämpfer und rund 10 Fahrzeuge leichter Technik verloren, heißt es in einer Mitteilung der DShV.

Einsatz der Verteidigungskräfte

Die Verteidigungskräfte entdecken Bewegungen rechtzeitig und greifen die Gruppen an. Im Raum Myrnohrad konzentrieren das 7. Korps der DShV zusammen mit der 14. Brigade für operative Einsätze der Nationalgarde „Tschervona Kalyna“ ihre Anstrengungen auf die Kontrolle des nördlichen Teils der Stadt, halten den Druck im zentralen Bereich zurück und verhindern, dass der Gegner aus dem Süden vorrückt.

„Am östlichen Stadtrand von Myrnohrad versucht der Gegner, sich festzusetzen, doch die Verteidigungskräfte kontrollieren die Lage“

— 7. Korps der DShV

Regionaler Kontext und Folgen

Der Grenzschutzdienst (DPSU) berichtet, dass die intensivsten Angriffe auch in den Oblasten Sumy und Charkiw registriert werden, weniger in der Oblast Tschernihiw. Auf der Kupjansk-Richtung unternahm der Gegner Versuche, entlang der Gaspipeline „Sojus“ vorzudringen – nach Angaben des DPSU wurden bei dieser Operation etwa 40 von 50 Angreifern ausgeschaltet.

Warum das wichtig ist: Der Gegner versucht, seine Taktik zu ändern, um verwundbare Abschnitte der Verteidigung zu finden. Zugleich zeigen die Ergebnisse der Gegenangriffe und die Arbeit der Aufklärung, dass die Verteidigungskräfte nicht nur in der Lage sind, zurückzuhalten, sondern auch Verluste zuzufügen, die weitere Vorstöße erschweren.

Nun liegt der Fokus bei der Logistik und der Versorgung der Frontverbände: Reichen die materiellen und nachrichtendienstlichen Ressourcen aus, um die vorübergehende Zurückhaltung in eine langfristige Stabilisierung der Front zu verwandeln – die Schlüsselfrage für die nächsten Tage.

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