Ex-Kommandeur der US Army Europe reagiert scharf auf die Rede von Marco Rubio in München — was das für die Ukraine bedeutet

Ben Hodges bezeichnete Rubios Auftritt als „inadäquat“ und warf einem Teil der US-Politik vor, Druck auf Kiew statt auf Moskau auszuüben. Warum das gerade jetzt wichtig ist — kurz und auf den Punkt.

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Бен Годжес (Фото: Agata Wozniak-Kwasniewska/EPA)

Warum das für die Ukraine wichtig ist

Auf der Münchner Sicherheitskonferenz (14. Februar) bekommt die Debatte um transatlantische Prioritäten für Kiew unmittelbare Bedeutung: Die Positionen einflussreicher US-Persönlichkeiten prägen nicht nur den diplomatischen Diskurs, sondern auch praktische Hilfe — von Waffenlieferungen bis zu Sanktionen. Der Kommentar von Ben Hodges, dem ehemaligen Kommandeur der US-Armee in Europa, zeigte, dass innerhalb der Expertenzene die Besorgnis wächst, wohin sich die Politik bestimmter amerikanischer Strömungen entwickelt.

Was Hodges sagte

Beim „ukrainischen Lunch“ bewertete Hodges gegenüber LIGA.net offen die Rede von Senator Marco Rubio und verknüpfte sie mit einer breiteren Kritik an der aktuellen US-Politik gegenüber der Ukraine.

„Eine unangemessene Rede von Rubio. In dieser überaus wortgewaltigen Ansprache habe ich nichts gehört. Sie spiegelt dieselbe missglückte Politik der Administration wider, die Druck auf die Ukraine ausübt, statt auf Russland. Fühle ich Erleichterung? Nein.“

— Ben Hodges, ehemaliger Kommandeur der US-Armee in Europa (2014–2018), Kommentar gegenüber LIGA.net

Was Rubio sagte

Senator Marco Rubio betonte in seiner Rede die historische und zivilisatorische Verbindung zwischen Amerika und Europa, rief zu breiter Zusammenarbeit auf und skizzierte die ideologischen Grundlagen seiner politischen Position, insbesondere in Fragen der Migration. Sein Auftritt fokussierte mehr auf die allgemeine Strategie und Werte als auf konkrete Instrumente, um Druck auf Moskau auszuüben.

Kontext und Folgen

Hodges ist seit Langem als Sicherheitsexperte und als Kritiker bestimmter Friedensinitiativen bekannt, die seiner Ansicht nach das Risiko einer nachteiligen Kapitulation vor Russland bergen. Seine Einschätzung ist kein einzelner emotionaler Ausbruch; sie wird von Analysten geteilt, die auf Signale in politischen Reden achten, die eine Verschiebung der Prioritäten in der Partnerschaft mit der Ukraine ankündigen könnten.

Die praktische Folgerung für Kiew ist klar: Worte beeinflussen den Ton des Dialogs, doch ohne konkrete Beschlüsse — logistischer, finanzieller oder militärischer Art — wächst das Risiko, dass die Rhetorik rein deklarativ bleibt. Daher ist es wichtig, Diskussionen in unterschriebene Abkommen und Lieferungen zu überführen, die die Verteidigungsfähigkeit stärken, statt nur Narrative zu definieren.

Was als Nächstes?

Experten betonen: Von nun an sind nicht nur die Auftritte auf Konferenzen wichtig, sondern auch die darauf folgenden Schritte. Ob sich die Botschaften aus München in konkrete Verpflichtungen der Partner verwandeln — diese Frage ist in den kommenden Monaten zentral für die Sicherheit der Ukraine.

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