Kurz
Rustem Umerov teilte mit, dass die ukrainische Delegation bereits in Genf ist und arbeitsbereit. Bei den Verhandlungen am 17.–18. Februar werden in trilateraler Runde mit Russland und den USA Fragen von Sicherheit und humanitärer Natur erörtert, die Kiew als prioritär definiert.
Morgen beginnen wir die nächste Verhandlungsrunde im trilateralen Format. Die Tagesordnung ist abgestimmt, das Team ist einsatzbereit
— Rustem Umerov, Leiter der ukrainischen Delegation; Sekretär des Rates für nationale Sicherheit und Verteidigung
Wesentliche Details und Kontext
Umerov nannte nicht die vollständige Themenliste, doch frühere Runden geben Aufschluss über die Prioritäten: Am 4.–5. Februar fand in den VAE ein Gefangenenaustausch statt, und 157 ukrainische Militärangehörige und Zivilisten kehrten nach Hause zurück. Damals wurden auch Methoden zur Umsetzung eines Waffenstillstands und Mechanismen zur Überwachung erörtert.
Der Unterschied der Genfer Runde liegt in den Personalien: Die russische Delegation wird von Alexej Medinsky geleitet, der Moskaus Hauptverhandler in Istanbul (2022, 2025) war, und nicht vom Leiter der Militäraufklärung, Admiral Kostjukow. Ein solcher Wechsel kann den Verhandlungsstil und die Prioritäten, die Moskau vorbringen wird, verändern.
Zusätzlichen Kontext liefern die Stellungnahmen von Partnern: Der US-Botschafter bei der NATO, Matthew Whitaker, brachte das Fehlen eines unterzeichneten Abkommens über Sicherheitsgarantien mit der ungelösten Frage der Gebiete in Verbindung, und am 16. Februar betonte der US-Außenminister Rubio, dass die USA weder auf Kiew noch auf Moskau Druck ausüben, eine Vereinbarung abzuschließen.
Warum das für die Ukraine wichtig ist
Verhandlungen an sich haben nur begrenzten Wert, wenn daraus keine Instrumente folgen. Für die Ukraine ist entscheidend, die Diskussion in praktische Mechanismen zu übersetzen: Verfahren für Gefangenenaustausch, verlässliche Instrumente zur Überwachung eines Waffenstillstands und schließlich Sicherheitsgarantien, die technisch und rechtlich fassbar sind.
Analysten des diplomatischen Prozesses weisen darauf hin: Wichtiger als Erklärungen ist die Zusammensetzung der technischen Arbeit — wem die Überwachung anvertraut wird, welche Befugnisse die Beobachter haben, welche Formate zur Bestätigung der Erfüllung von Vereinbarungen genutzt werden. Genau an solchen Mechanismen misst sich die Effektivität von Verhandlungen.
Zusammenfassung
Das Genfer Treffen am 17.–18. Februar ist eine Gelegenheit, von reinen Wortwechseln zu greifbaren Ergebnissen zu kommen. Für die Ukraine steht die Frage im Vordergrund, ob diese Runden in konkrete Schritte münden, die die Sicherheit erhöhen und Menschen nach Hause bringen, oder ob sie sich erneut auf politische Formeln beschränken. Die Antwort hängt von der Bereitschaft der Parteien ab, technische Mechanismen zu vereinbaren, und vom Druck der Partner auf deren Umsetzung.