Frankreich bietet 6.000 Soldaten für die Ukraine an — hinter der Front, aber mit einem deutlichen politischen Signal

Le Monde berichtet über Emmanuel Macrons Plan: Soldaten nicht an der Front, sondern als „Kräfte zur Stärkung des Vertrauens“. Warum das wichtig für die Sicherheit und Diplomatie der Ukraine ist – kurz und bündig.

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Was berichtet wurde

Frankreich erwägt, etwa 6.000 Soldaten in die Ukraine zu entsenden, diese jedoch in rückwärtigen Gebieten zu stationieren, berichtet Le Monde. Die Initiative wurde nach einem Treffen der „Koalition der Willigen“ in Paris bekanntgegeben: Präsident Emmanuel Macron führte Beratungen, um den Plan abzustimmen.

„Wir werden nicht an der Front sein, aber wir sind dort, um die ukrainische Armee zu unterstützen.“

— Emmanuel Macron, Präsident Frankreichs (zitiert nach Le Monde)

Der Generalstabschef der französischen Streitkräfte, General Fabien Mandon, beschrieb das Kontingent nicht als Interventions- oder Stabilisierungsstreitmacht, sondern als „Kräfte zur Stärkung des Vertrauens der ukrainischen Armee“.

„Das sind Kräfte, um das Vertrauen der ukrainischen Armee zu stärken.“

— General Fabien Mandon, Generalstabschef der französischen Streitkräfte (laut Le Monde)

Was die Partner dazu sagen

Nach Angaben von Le Monde behauptet Jean-Louis Thiériot aus dem Verteidigungsausschuss der Nationalversammlung Frankreichs, Macron habe von den USA Sicherheitsgarantien erhalten — angeblich würden die USA eingreifen, falls ein Waffenstillstand gebrochen werde. Im Parlament gibt es jedoch Skepsis gegenüber der Verlässlichkeit solcher Garantien.

„Es gibt keinen Grund, Donald Trump zu vertrauen, besonders angesichts der Tatsache, dass er zahlreichen Ländern in Lateinamerika droht...“

— Mathilde Panot, Abgeordnete der Nationalversammlung Frankreichs

Tatsächlich: Am 6. Januar unterzeichneten die Ukraine, Frankreich und Großbritannien eine Absichtserklärung zur Entsendung von Truppen; am 7. Januar erklärte der slowakische Premier seine Bereitschaft, die Einhaltung des Friedens zu überwachen, jedoch ohne die Entsendung slowakischer Streitkräfte.

  • 6. Januar — Deklaration der Ukraine, Frankreichs und Großbritanniens über die Absicht, Kontingente zu entsenden.
  • 7. Januar — Die Slowakei ist bereit zu überwachen, nimmt jedoch nicht mit eigenen Streitkräften teil.

Warum das für die Ukraine wichtig ist

Erstens, selbst eine Stationierung im Hinterland ist ein Signal: die internationale Präsenz und die politische Abschreckung verstärken sich. Für Russland macht die Präsenz von NATO-/Partner-Einheiten im Hinterland eine einfache Eskalation ohne diplomatische und militärische Konsequenzen schwieriger.

Zweitens könnten solche Kräfte in Ausbildung, Logistik und Wiederherstellung von Fähigkeiten der ukrainischen Streitkräfte arbeiten — ein Effekt, der nicht sofort sichtbar ist, aber auf längere Sicht spürbar wird.

Drittens ist dies eine Probe für die Koordination der Verbündeten: wichtig sind die Einsatzregeln, der Status der Truppen und die Reaktionsmechanismen der Partner im Fall eines Verstoßes.

Risiken und offene Fragen

Die Stationierung im Hinterland reduziert die unmittelbare Schlagkraft an der Front. Wenn das Szenario hauptsächlich einen politischen Signalwert hat, ist das sinnvoll; wenn jedoch ein schneller Einfluss auf die Lage an der Front erwartet wird, wird dieser ausbleiben.

Kernfragen: Welche konkreten Aufgaben werden die französischen Einheiten erhalten, wie sehen die Regeln der Zusammenarbeit mit ukrainischen Kräften aus, welche Garantien gibt es von Partnern (insbesondere den USA) und wie wird Russland auf die verstärkte Präsenz der Verbündeten reagieren?

Fazit

Der Plan Frankreichs ist ein wichtiges politisches Instrument der Unterstützung: Unterstützung ohne direkte Kampfhandlungen kann die Fähigkeiten der Ukraine stärken und ein Signal an Russland senden. Gleichzeitig sind für eine tatsächliche Verschiebung an der Front konkrete materielle Lieferungen, integrierte Übungen und klare Garantien der Partner erforderlich. Der nächste Schritt sind Details zum rechtlichen Status, zu den Regeln der Zusammenarbeit und die Bestätigung operativer Verpflichtungen der Verbündeten.

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