Mobilmachung kann die Verluste nicht ausgleichen: Bloomberg — Kreml könnte sich auf den Donbass oder Saporischschja konzentrieren

Nach Angaben von Bloomberg und westlichen Beamten bleibt der monatliche Personalzuwachs in Russland hinter den Kampfverlusten zurück. Das zwingt den Kreml, seine Taktik zu ändern — was das für die Frontlinie und die Unterstützung der Ukraine bedeutet.

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Шеврон солдата РФ (Фото: 93 ОМБр "Холодний Яр")

Verluste und Mobilisierung: Zahlen, die die Pläne des Kremls verändern

Nach Angaben von Bloomberg und mehreren westlichen Gesprächspartnern übersteigen die Verluste der russischen Streitkräfte an der Front bereits seit drei Monaten die Zahl der Mobilisierten — etwa 30–35 Tsd. Rekruten pro Monat. Das ist nicht nur Statistik: ein solches Ungleichgewicht zwingt zu einer Neubewertung operativer Prioritäten und verringert die Fähigkeit des Kremls, gleichzeitig großangelegte Operationen durchzuführen.

Analysten und Beamte vermuten, dass Russland unter diesen Bedingungen eine Konzentration des Schlags auf einen begrenzten Abschnitt — den sogenannten „Festungsgürtel“ in der Oblast Donezk — vorziehen oder versuchen könnte, die Offensive im Gebiet Saporischschja wiederaufzunehmen. Für die Ukraine bedeutet das die Notwendigkeit, Verteidigungsressourcen umzuverteilen und Prioritäten in Logistik und Aufklärung zu stärken.

„Die Verluste übersteigen konstant die Auffüllungen, das verändert die operativen Berechnungen des Kremls“

— westliche Beamte, Bloomberg

Technische Faktoren: Kommunikation und Personalmangel

Der Personalmangel erhöht die Abhängigkeit der russischen Streitkräfte von ausländischen Kämpfern, erklärte der britische Verteidigungsminister John Gili in Kommentaren gegenüber Bloomberg. Das wirkt sich nicht nur auf die Quantität, sondern auch auf die Qualität der Kampfverbände aus — ihre Einsatzfähigkeit wird weniger vorhersehbar.

Weiterhin weisen westliche Gesprächspartner darauf hin, dass ein Ausfall von Starlink die Möglichkeiten Russlands, effektive Operationen auf mittleren Distanzen bis zu ~150 km durchzuführen — von wo aus Aufklärungs‑ und Angriffsdrone operierten — erheblich erschwert hat. Auf der direkten Kontaktlinie war der Einfluss jedoch geringer: in statischen Sektoren verlassen sich die Besatzer stärker auf stationäre Netze.

„Russland verlässt sich zunehmend auf ausländische Kämpfer als Reaktion auf den Personalmangel“

— John Gili, britischer Verteidigungsminister

Kontext für die Ukraine

Diese Informationen überlagern sich mit internen Angaben der Ukraine: Der Präsident berichtete von rund 55.000 gefallenen Verteidigern, und das Kommando weist auf eine hohe Zahl von Vermissten hin. Einzelne Hinweise deuten darauf hin, dass 2025 das erste Jahr war, in dem die Verluste Russlands ihre Auffüllungen überstiegen — ein wichtiger Indikator für die Planung von Verteidigung und Unterstützung.

  • Die Verluste Russlands übersteigen die monatliche Rekrutierung (30–35 Tsd.).
  • Technische Ausfälle reduzieren die Fernkampffähigkeiten der Besatzer, nehmen jedoch die Gefahr an der Front nicht weg.

Was das bedeutet und welche Schritte nötig sind

Sollte der Kreml eine Lokalisierung des Schlags wählen, erhöht das das Risiko einer konzentrierten Eskalation in einzelnen Richtungen — und eröffnet zugleich der Ukraine die Möglichkeit, Kräfte umzuverteilen und Schlüsselstellungen zu stärken. Es ist auch ein klares Signal an die Partner: stabile materielle, technische und informationelle Unterstützung bleiben ein Schlüsselfaktor zur Eindämmung der Offensive.

Die Kombination aus präziser Aufklärung, zuverlässiger Kommunikation und kontinuierlicher Munitionsversorgung wird entscheiden, ob es gelingt, die Schwächung des Gegners zu nutzen und dessen Umfokussierung zu verhindern. Diplomatie, Logistik und operative Planung sind jetzt ebenso wichtig wie militärische Schlagkraft.

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