UN‑Generalversammlung verabschiedet Resolution für dauerhaften Frieden in der Ukraine – 107 Stimmen und ein wichtiges Signal an die Welt

Die von Kiew initiierte Resolution erhielt breite Unterstützung — doch die Abstimmung zeigte auch Unstimmigkeiten unter wichtigen Partnern. Warum das für die Sicherheit und die Diplomatie der Ukraine gerade jetzt wichtig ist.

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Андрій Сибіга (Фото: МЗС)

Kurz

Die Generalversammlung der UN hat die von Kiew eingebrachte Resolution „Unterstützung eines dauerhaften Friedens in der Ukraine“ angenommen. 107 Staaten stimmten dafür, 12 — dagegen (Weißrussland, Burkina Faso, Burundi, Kuba, Nordkorea, Eritrea, Iran, Mali, Nicaragua, Niger, Oman, Pakistan, sowie Russland und Sudan), und die USA zusammen mit etwa 50 weiteren Ländern enthielten sich, teilte Außenminister Андрій Сибіга mit.

US-Änderungsantrag und Abstimmung in der Sache

Wie Укрінформ berichtet, hatten die Vereinigten Staaten vorgeschlagen, aus dem Resolutionsentwurf Passagen zur territorialen Integrität und zur Notwendigkeit, einen gerechten Frieden zu erreichen, zu streichen. Der Vorschlag, diese Formulierungen zurückzuziehen, wurde abgelehnt: Für diesen Änderungsantrag stimmten 11 Staaten, dagegen — 69, enthielten sich — 62.

„Wir werden weiterhin – entschlossen und konsequent – für die Erzielung eines umfassenden, gerechten und dauerhaften Friedens gemäß der Charta der Vereinten Nationen und des Völkerrechts handeln.“

— Андрій Сибіга, Außenminister der Ukraine

„Tatsächlich wollten wir auf 90+ Stimmen kommen, um im Vergleich zum Vorjahr ein würdiges Ergebnis zu haben. Es sind jedoch 107 geworden. Das ist ein hervorragendes Ergebnis und wirklich ein weiterer Erfolg der ukrainischen Diplomatie im Rahmen internationaler Organisationen.“

— Георгій Тихий, Sprecher des ukrainischen Außenministeriums

Warum das wichtig ist

Im Kern ist die Resolution ein politisches Signal: Die internationale Mehrheit hat bekräftigt, dass sie die Idee eines langfristigen, gerechten Friedens auf Grundlage des Völkerrechts unterstützt. Der gesellschaftliche Beleg hierfür ist die breite Gruppe von Staaten, die „dafür“ gestimmt hat, was den diplomatischen Druck auf die Aggressorstaaten verstärkt.

Gleichzeitig deuten die Enthaltungen eines Teils der Partner, darunter die USA, und die Versuche, Schlüsselformulierungen zu ändern, auf Meinungsverschiedenheiten in Bezug auf die rechtlichen und politischen Folgen solcher Erklärungen hin. Das ist nicht nur eine technische Frage — die Sprache von Resolutionen bestimmt, welche Mechanismen und Verpflichtungen die internationale Gemeinschaft künftig nutzen kann.

Fakten, die man sich merken sollte

  • Abstimmungsergebnis: 107 — dafür, 12 — dagegen, etwa 51 — enthielten sich (amtliche Mitteilungen des Außenministeriums und Укрінформ).
  • US-Änderungsantrag: 11 — dafür, 69 — dagegen, 62 — enthielten sich (laut Укрінформ).
  • UN-Bericht: In den vier Jahren des großangelegten Kriegs in der Ukraine wurden mehr als 5.000 Frauen und Mädchen getötet, weitere etwa 14.000 wurden verletzt; die UN warnt, dass das Jahr 2025 eines der blutigsten in diesem Zeitraum gewesen sei.

Nächste Schritte

Die Resolution hat eine wichtige symbolische Bedeutung und schafft ein diplomatisches Fundament. Ihre tatsächliche Wirkung hängt jedoch davon ab, inwieweit die Partner Worte in konkrete Maßnahmen umsetzen — politischen Druck, Sanktionen, Wiederherstellung der territorialen Integrität sowie Unterstützung auf dem Schlachtfeld und im humanitären Bereich.

Nun sind die Partner am Zug: Erklärungen müssen in unterzeichnete Verträge, Finanzierung und praktische Schritte überführt werden, sonst droht das starke internationale Signal nur auf dem Papier zu bleiben.

Blick von Experten

Diplomaten und Experten des Völkerrechts sind sich einig: Die Resolution ist ein wichtiger diplomatischer Erfolg für Kiew, ersetzt aber nicht die Notwendigkeit, die operationelle Unterstützung und den Druck auf diejenigen zu verstärken, die gegen die Normen der UN-Charta verstoßen haben. Mit anderen Worten: Die politische Legitimation ist bereits vorhanden — jetzt bedarf es praktischer Umsetzung.

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