Verdorbene Rationen und 50% 'Kickbacks': DBR entlarvt Leiter des Verpflegungsdienstes — ihm drohen bis zu 10 Jahre Haft

Das System zur Versorgung der Front mit Lebensmitteln hat sich als kompromittiert erwiesen: fiktive Liefernachweise, ausgebliebene oder unvollständige Lieferungen und verdorbene Lebensmittel. Die DBR hat einen Beamten festgenommen — wir analysieren, wie die Betrugsmasche funktionierte und was das für die Sicherheit der Kämpfer bedeutet.

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Was passiert ist

Die Ermittlungsbehörden haben ein Korruptionsnetzwerk bei der Lieferung von Lebensmitteln an Kampfverbände der ukrainischen Streitkräfte in der Oblast Dnipropetrowsk zerschlagen. Laut Angaben des Staatlichen Untersuchungsbüros (DBR)

„Ein Korruptionsschema bei der Lieferung von Lebensmitteln an Kampfverbände der Streitkräfte der Ukraine wurde gestoppt“

— Staatliches Untersuchungsbüro

Wie das System funktionierte

Nach Darstellung der Ermittler handelte der Beamte in Absprache mit der Leitung des Lieferanten. Formal wurden Abnahmeprotokolle für die volle Menge unterzeichnet, tatsächlich wurden an die Einheiten jedoch nur Teile der Ware geliefert. Den Rest schrieben sie über kontrollierte Personen ab — klassische Scheintransaktionen.

Neben Unterlieferungen entsprach die Qualität der Produkte nicht den Anforderungen: In die Verbände gelangten unter anderem faule Gemüse und Früchte, auch für Soldaten, die an der Front im Einsatz waren.

Für die Annahme minderwertiger Produkte und das Unterlassen von Mängelrügen erhielt der Beamte Bestechungsgelder — die Höhe der Kickbacks erreichte bis zu 50 % des Wertes der Lieferungen. Pro Woche konnten die illegalen Zahlungen mehr als 1 Mio. UAH betragen. Zur Verschleierung wurden die Gelder über Wechselstuben transferiert.

Was beschlagnahmt wurde und welche Vorwürfe bestehen

Bei Durchsuchungen wurden beim Beschuldigten Autos, Unterlagen zu Immobilien, eine Sammlung von Markenartikeln mit einem geschätzten Wert von über 8 Mio. UAH sowie Schuldscheine über $120 000 sichergestellt. Der Leiter wurde festgenommen und des Betrugs, der Annahme unrechtmäßiger Vorteile als Amtsperson und der Umgehung des Militärdienstes unter Kriegsrecht verdächtigt.

Ebenfalls wurde seiner Untergebenen ein Tatverdacht mitgeteilt — ihr wird vorgeworfen, Bargeld von Lieferanten entgegengenommen und einen Teil der Mittel an den Vorgesetzten weitergegeben zu haben; bei der Durchsuchung wurden $20 000 sichergestellt. Ihr drohen bis zu vier Jahre Haft.

Folgen für die Front und das System

Dies ist kein Einzelfall — Ende Januar hatte das DBR über Verdachtsmomente bei der Beschaffung von Betten mit möglichen Überzahlungen von fast 18 Mio. UAH berichtet, und zuvor standen Minenlieferanten mit ungeeigneten Produkten im Fokus. Experten weisen darauf hin: Solche Machenschaften untergraben unmittelbar die Logistik und die Gefechtsbereitschaft der Einheiten, gefährden Gesundheit und Leben der Soldaten und zerstören das Vertrauen in die Nachschubverfahren.

Wie es weitergeht

Das Staatliche Untersuchungsbüro ermittelt den kompletten Kreis der Beteiligten und die endgültige Schadenshöhe. Gleichzeitig zeigt dieser Fall: Es braucht nicht nur Festnahmen, sondern systemische Änderungen in der Kontrolle von Beschaffungen — transparente Ausschreibungen, unabhängige Qualitätsprüfungen und ein schnelles Reagieren auf Hinweise von der Front.

Die Frage für die Zukunft lautet: Wie lässt sich sicherstellen, dass die Kontrolle über die Versorgung der Einheiten schneller und effektiver ist als korruptive Systeme? Die Antwort muss nicht nur die Strafverfolgung liefern, sondern auch Änderungen in den Verfahren und der politische Wille zu deren Umsetzung.

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