EU nimmt Häfen von Drittstaaten ins Visier: Kulevi und Karimun als Schritt gegen den Transit russischen Öls

Die erstmalige Aufnahme von Häfen von Drittstaaten in die Sanktionsliste verändert die Spielregeln für die Routen russischen Öls. Wir analysieren, was im 20. Sanktionspaket vorgeschlagen wurde und warum das für die Sicherheit und die Wirtschaft der Region von Bedeutung ist.

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Термінал SOCAR у Кулеві (фото - Kulevi Oil Terminal)

Position der EU und was genau vorgeschlagen wird

Die Europäische Union hat erstmals vorgeschlagen, Häfen Drittstaaten in die Sanktionsliste aufzunehmen — namentlich den georgischen Kulevi und den indonesischen Karimun, die an der Umladung russischen Öls beteiligt sind. Die Initiative wurde am 9. Februar vom Europäischen Auswärtigen Dienst (EEAS) und der Europäischen Kommission vorgestellt und soll Teil des 20. Sanktionspakets wegen des Kriegs Russlands gegen die Ukraine werden. Für die endgültige Annahme ist die einstimmige Zustimmung aller EU-Staaten erforderlich.

"Die Europäische Union hat erstmals vorgeschlagen, Häfen in Drittstaaten in die Sanktionsliste aufzunehmen – den georgischen Kulevi und den indonesischen Karimun, die russisches Öl umschlagen."

— Reuters

Im Paket sind nicht nur gezielte Maßnahmen gegen Häfen vorgesehen. Die EU schlägt vor, von der G7-Preisobergrenze zu einem vollständigen Verbot der Seefahrtsdienstleistungen für Tanker mit russischem Öl überzugehen und außerdem den Import einer Reihe von Metallen (Nickel, Eisenerz, Kupfer, Aluminium usw.) zu verbieten. Auf die Sanktionsliste sollen zudem 30 natürliche Personen und 64 Unternehmen gesetzt werden, darunter Bashneft und acht Raffinerien (unter anderem in Tuapse und Syzran).

"Das Paket wurde gemeinsam vom Europäischen Auswärtigen Dienst (EEAS) und der Europäischen Kommission erarbeitet und am Montag, dem 9. Februar, den EU-Staaten vorgestellt."

— EEAS / European Commission

Kontext: Warum das für die Ukraine wichtig ist

Erstens bedeutet die Aufnahme von Häfen Drittstaaten eine Verstärkung der Kontrolle über Routen zur Umgehung von Sanktionen. Der am Schwarzen Meer gelegene Kulevi, der von der aserbaidschanischen SOCAR betrieben wird und eine Kapazität von etwa 10 Mio. Tonnen hat, ist ein auffälliger Knotenpunkt regionaler Logistik. Eine Einschränkung seiner Rolle bei der Annahme und dem Transit russischen Öls reduziert die Zahl verfügbarer Routen zur Umgehung der Sanktionen.

Zweitens erschwert der Wechsel vom Preisdeckel zum Verbot maritimer Dienstleistungen die Tätigkeit der Tanker, die Öl transportieren, und erhöht die Risiken für jene, die technische und Versicherungsleistungen erbringen. Für die Ukraine bedeutet das zusätzlichen Druck auf russische Einnahmen und eine Verringerung der Möglichkeiten, auf den Märkten zu manövrieren.

"Am 2. Februar berichtete Bloomberg, dass die EU in dem 20. Sanktionspaket ein Importverbot für Iridium, Rhodium, Platin und Kupfer aus Russland prüft."

— Bloomberg

Risiken, Einschränkungen und wer betroffen sein wird

Die Entscheidung erfordert Einstimmigkeit — das eröffnet Spielraum für Verhandlungen und diplomatischen Druck seitens Drittstaaten. Auch ein Gegeneffekt ist möglich: Russland kann die Ströme umleiten, indem es andere Häfen oder Landrouten nutzt, und Transitstaaten könnten Widerspruch einlegen, wenn dies ihren Interessen schadet.

Eine weitere Bewährungsprobe ist die Durchsetzung der Sanktionen: Das Verbot betrifft nicht nur das physische Umladen, sondern auch begleitende Dienstleistungen (Versicherung, Reparatur, Begleitung), was eine Koordination von Regulierungsbehörden, Hafenbetreibern und internationalen Unternehmen erfordert.

Kurzfazit und Ausblick

Wenn das 20. Paket in der vorgeschlagenen Form verabschiedet wird, wäre das ein wichtiger Schritt zur Verknappung der Wege zur Umgehung von Sanktionen und zur Erhöhung der Kosten für jene, die das Risiko eingehen, mit russlandbezogenem Öl zu arbeiten. Gleichzeitig hängt die Wirksamkeit davon ab, ob die EU und ihre Partner in der Lage sind, die Transitketten zu kontrollieren und dem diplomatischen Druck von Drittstaaten standzuhalten. Die offene Frage lautet: Wird die EU politischen Willen mit praktischen Durchsetzungsmechanismen verbinden können, damit diese Maßnahmen nicht nur auf dem Papier bleiben?

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