Stille Wechsel an der Frontlinie
Laut dem Berater des Verteidigungsministers und Berater für militärische Radiotechnologien Сергій (Флеш) Бескрестнов erhalten russische Einheiten alternative Satelliten‑Internetterminals — nicht Starlink, sondern Geräte, die über die Satelliten „Ямал“ und „Експрес“ arbeiten. Das bestätigt, dass der Gegner nach der Sperrung nicht registrierter Starlink‑Terminals nach anderen Kommunikationskanälen sucht.
Wie man solche Terminals erkennt
Флеш hebt eine Reihe visueller und technischer Merkmale hervor, die helfen, diese Systeme an der Front zu identifizieren:
- Die Antennen sehen aus wie Satellitenschüsseln für das Fernsehen, mit einem Durchmesser von etwa 60–120 cm;
- Orientierung — nach Südosten oder Süden (Azimut ungefähr 110–180°);
- Die Schüssel ist in der Regel offen (ohne Schutzabdeckung/Radom), da diese die Arbeit auf diesen Frequenzen stören würde;
- Die Ausrüstung kann weiter hinter die Frontlinie verlagert und über eine Wi‑Fi‑Brücke an den Vorposten angeschlossen werden.
"In Russland gibt es mehrere Anbieter von Breitband‑Satelliteninternet auf Basis der Satelliten Ямал und Експрес"
— Сергій (Флеш) Бескрестнов, Berater des Verteidigungsministers, Berater für militärische Radiotechnologien
Warum das wichtig ist
Die Sperrung nicht registrierter Starlink‑Terminals hat eine praktische Wirkung gezeigt: Nach Angaben des Generalstabs (laut LIGA.net) und von Fachleuten „hörten“ diese Terminals in einigen Gebieten der Besatzer tatsächlich auf zu funktionieren — und das beeinflusste die Führung und die Durchführung von Sturmoperationen. Gleichzeitig blieb der Gegner nicht ohne Optionen und begann eilig, seine Kommunikation auf in Russland verfügbare Satellitennetze umzustellen.
"Weiße Listen werden einmal täglich aktualisiert, daher, wenn ein Terminal bereits zur Registrierung angemeldet ist, aber noch nicht funktioniert — sollte man abwarten"
— Федоров, Verteidigungsminister
Folgen und Risikoabschätzung
Der Wechsel zu anderen Satelliten hat zwei zentrale Merkmale: Erstens sind solche Terminals häufig besser erkennbar (große offene Schüsseln), zweitens ermöglichen sie dem Gegner, Steuerungs‑ und Aufklärungskanäle wiederherzustellen, wenn auch mit anderen technischen Einschränkungen. Das ukrainische System zur Verifizierung von Starlink und zur Sperrung nicht registrierter Terminals hat gezeigt, dass die Kontrolle über kritische Kommunikationskanäle praktische Wirkung hat. Aber der Gegner passt sich an — und das unterstreicht die Notwendigkeit ständiger Überwachung, satellitengestützter Aufklärung und Koordination mit Partnern.
Wie es weitergeht
Kurzfristig — wichtig ist, solche Schüsseln anhand der vom Experten genannten Merkmale zu lokalisieren und zu dokumentieren und die Aktionen von Aufklärung und Artillerie zu koordinieren. Mittelfristig und langfristig geht es um die Verstärkung der Cyber‑ und Radiotechnikarbeit, die Zusammenarbeit mit Partnern an komplexeren Verifizierungsverfahren und an Maßnahmen zur Einschränkung der Kommunikationskanäle des Gegners. Fachkreise sind sich einig: Die Kontrolle über Kommunikationskanäle bleibt einer der Schlüsselfaktoren, die Tempo und Qualität der Kampfhandlungen bestimmen.
Kurz: Die Sperrung von Starlink hat die Verwundbarkeit des Gegners offenbart, beseitigt sie aber nicht vollständig — Satellitenalternativen sind bereits an der Front, und ihr Auftauchen zwingt uns, uns schnell anzupassen.