GUR verzeichnet Vorbereitung Russlands für Operationen aus Belarus — Selenskyj verstärkt den Norden und intensiviert Anschläge tief in RF

Nach der Sitzung des Präsidialrats offenbarte der Präsident Geheimdienstinformationen über Moskaus Pläne: eine neue Mobilisierungswelle, ein möglicher Angriff vom belarussischen Territorium und die Ausweitung der Geographie ukrainischer Fernschläge als Antwort.

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Володимир Зеленський (Фото: Офіс президента)

Die Sitzung des Stabs des Oberbefehlshabers, an der Rüstungshersteller und Kommandanten teilnahmen, endete mit drei konkreten Signalen: Russland wirbt weitere 100.000 Personen an, bereitet Operationen vom belarussischen Territorium vor und plant neue Raketen- und Drohnenanschläge auf „Entscheidungszentren" in der Ukraine.

Was über die Bedrohung aus dem Norden bekannt ist

Nach Angaben von Zelenskyj haben Spezialisten des GUR des Verteidigungsministeriums Dokumente erhalten, die die Vorbereitung von Angriffen auf die Ukraine bestätigen. Gleichzeitig arbeitet Russland nach Geheimdienstangaben an zwei Varianten von Operationen vom belarussischen Territorium aus – entweder gegen die Tschernihiw-Kiewer Richtung oder gegen eines der NATO-Länder. Der Präsident teilte mit, dass die Ukraine bereits Details von Verhandlungen zwischen Moskau und Lukaschenka hat, deren Ziel es ist, Minsk in eine neue Phase der Aggression einzubeziehen.

„Russland prüft Operationspläne in den Richtungen südlich und nördlich des belarussischen Territoriums – entweder gegen die Tschernihiw-Kiewer Richtung in der Ukraine oder gegen eines der NATO-Länder".

Wolodymyr Zelenskyj, basierend auf den Ergebnissen der Stabs-Sitzung

Der taktische Kontext ist wichtig: Am 12. Mai kündigte Lukaschenka eine rotationsgebundene Mobilisierung einzelner Untereinheiten „zur Kriegsvorbereitung" an. Wie Euromaidanpress festgestellt hat, hatte der ukrainische GUR bereits früher ermittelt, dass Belarus Trainingsgelände, Verkehrsknotenpunkte und Logistikrouten errichtet, die Russland für einen Angriff „jederzeit" nutzen könnte. Gleichzeitig verzeichnen ISW-Analysten: Trotz der stabilen Stärkung der russischen Präsenz in Belarus greift Moskau auf diese Drohungen in erster Linie als Instrument der kognitiven Kriegsführung zurück – um die Ukraine zu zwingen, Kräfte an der nördlichen Flanke zu halten.

Mobilisierung und „Entscheidungen vom Transnistrien-Typ"

Zelenskyj teilte mit, dass die Ukraine Daten über Pläne Russlands erhalten hat, weitere 100.000 Personen zu rekrutieren. Der Präsident schloss „politische Entscheidungen" nicht aus – in Analogie zu Putins jüngstem Dekret über vereinfachte Verleihung der russischen Staatsbürgerschaft an Einwohner Transnistriens. Damals wertete Zelenskyj diesen Schritt als „Markierung fremden Territoriums durch Russland als sein eigenes" und beauftragte das Außenministerium, die Position mit Moldau zu koordinieren.

Die Parallele ist aussagekräftig: Solche „politischen Entscheidungen" – Passvergabe, Einführung von Friedenstruppen, Anerkennung – hat Moskau bereits in Georgien und im Donbas vor 2022 durchgespielt.

Antwort: Tiefschläge und Verstärkung der Richtung

Beim Stab wurden Aufgaben zur Ausweitung der Geographie der Fernkampfschläge gegen Russland bestimmt. Zelenskyj stellte fest, dass ukrainische Schläge gegen die Ölraffinerieinfrastruktur den russischen Ölraffineriesektor bereits um 10 % reduziert haben, Bohrlöcher zum Stillstand gezwungen haben und das Haushaltsdefizit der RF den Jahresplan überschritten hat. Bezüglich der nördlichen Richtung erhielten die Streitkräfte den Auftrag, die Gruppierungen zu verstärken und einen Reaktionsplan für jedes mögliche Szenario auszuarbeiten.

  • Der GUR erhielt Dokumente über Russlands Vorbereitung von Raketen- und Drohnenangriffen auf „Entscheidungszentren"
  • Belarus errichtet Logistik, die für einen Angriff geeignet ist – GUR-Einschätzung
  • Lukaschenka kündigte am 12. Mai eine rotationsgebundene Mobilisierung „zur Kriegsvorbereitung" an
  • Fernkampfschläge haben die Ölraffinerie der RF bereits um 10 % reduziert, nach Angaben von Zelenskyj
  • Die nördliche Richtung wird verstärkt – konkrete Parameter werden nicht offengelegt

Die Schlüsselfrage, die offen bleibt: Wenn Russland tatsächlich einen Teil der 100.000-köpfigen Verstärkung nach Belarus statt an die Donezker Front verlegt – wird die Ukraine gleichzeitig Norden halten und Positionen im Osten nicht aufgeben können, ohne neue westliche Rüstungsverpflichtungen?

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