Kupjansk: Das russische Kommando hat seine Einheiten faktisch im Stich gelassen — was ändert das an der Front?

Die Lage in Kupjansk beleuchtet die Probleme der russischen Logistik und eröffnet taktische Möglichkeiten für die ukrainischen Streitkräfte. Wir analysieren, warum die Erklärung des Sprechers der Operation der Vereinigten Kräfte gerade jetzt wichtig ist.

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Kurz — Kern der Aussage

Der Sprecher der Gruppierung der Vereinigten Streitkräfte, Wiktor Tregubov, erklärte, dass das russische Kommando seine Einheiten in Kupjansk faktisch sich selbst überlassen habe. Das sei keine emotionale Bewertung, sondern die Folge einer Kombination aus hastiger Operationsplanung und mangelhafter Vorbereitung — das, was Militäranalysten als klassisches Problem der Überschätzung operativer Ambitionen gegenüber den realen Möglichkeiten bezeichnen.

"Tatsächlich ja, aber andererseits konnte es nicht anders handeln. Es hatte von Anfang an nicht die Grundlagen für diese Operation geschaffen. Sie sind zu sehr vorgestürmt..."

— Wiktor Tregubov, Sprecher der Gruppierung der Vereinigten Streitkräfte

Was vor Ort passiert

Nach Angaben des Sprechers und der Lageberichte läuft in der Stadt derzeit die Säuberung der Überreste russischer Militärs. Parallel dazu versuchen die Besatzer am linken Ufer des Flusses Oskil Druck auszuüben, führen Umgruppierungen durch und unternehmen Angriffsversuche, die bislang erfolglos sind.

"Die ukrainischen Streitkräfte vertreiben die Besatzer aus Kupjansk, dort sind etwa 100 von ihnen"

— Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine (22. Dezember)

Warum das für die Ukraine wichtig ist

Erstens zeigt es das Problem der russischen Logistik und des Kommandos: Wenn eine Operation nach einem Kalendertermin geplant wird und nicht nach den tatsächlichen Ressourcen, steigt das Risiko, dass Einheiten isoliert werden. Zweitens verschafft jeder solche Vorfall den ukrainischen Streitkräften (ZSU) einen taktischen Vorteil — die Möglichkeit, Überreste feindlicher Kräfte zu beseitigen, die Kontrolle über logistische Knotenpunkte zu verbessern und die Verteidigung entlang des Oskil zu stärken.

Militäranalysten weisen darauf hin, dass solche Koordinationsstörungen mit einem Absinken der Moral in den gegnerischen Einheiten einhergehen und Raum für gezielte Gegenoffensiven und Aufklärung schaffen. Das ist nicht das Ende der Kämpfe in der Region, aber eine Chance, einen taktischen Erfolg in eine dauerhafte operative Verbesserung zu verwandeln.

Wie es weitergeht

Die nächsten Schritte für die Ukraine sind, die Kontrolle in der Stadt zu sichern, die Räumung von Minen und die Beseitigung überlebender feindlicher Gruppen abzuschließen sowie die Verteidigung am linken Ufer des Oskil zu verstärken. Politisch ist das ebenfalls ein Test: Partner und die militärische Führung werden beurteilen, ob Kiew die Initiative halten und taktische Erfolge in eine dauerhafte strategische Stärkung der Front verwandeln kann.

Kurzprognose: Wenn Logistik und Aufklärung der ukrainischen Streitkräfte (ZSU) auf hohem Niveau bleiben, kann die derzeitige Situation zum Beispiel dafür werden, wie lokale Erfolge die Gesamtkampffähigkeit des Gegners schwächen. Wenn jedoch die Schwachstellen nicht beseitigt werden, bleibt das Risiko einer Wiederaufnahme des Drucks am linken Ufer bestehen.

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