Etwa 200 russische Militärangehörige haben Ende 2025 eine Geheimschulung an chinesischen Militärobjekten absolviert. Ein Teil von ihnen beteiligte sich nach seiner Rückkehr an Kampfhandlungen gegen die Ukraine. Dies bestätigten drei europäische Geheimdienste, deren Dokumente die Nachrichtenagentur Reuters analysierte, sowie ungenannte hochrangige EU-Beamte in Stellungnahmen gegenüber dem ukrainischen Fernsehen und der Ukrainischen Wahrheit.
Was und wo: Stützpunkte, Drohnen, Minen
Eine Vereinbarung über die Ausbildung unterzeichneten hochrangige Offiziere Russlands und Chinas in Peking am 2. Juli 2025. Das zweisprachige Dokument sah Schulungen von Russen an Objekten in Peking, Nanjing, Shijiazhuang, Zhangzhou und Yibin vor. Im Gegenzug sollten mehrere hundert chinesische Militärangehörige in Russland ausgebildet werden.
Geheimdienstberichte dokumentieren mindestens vier separate Kurse. Ein Kurs fand in einer Filiale der Akademie der Infanterie der Landstreitkräfte der Nationalen Verteidigungsakademie in Shijiazhuang statt: etwa 50 Russen lernten, das Feuer von 82-mm-Mörsern mit Hilfe von Drohnen zu korrigieren. Ein anderer Kurs zur Luftabwehr in Zhangzhou behandelte elektromagnetische Gewehre zur Signalstörung und Netzvorrichtungen gegen Drohnen. Im November 2025 wurden Russen an der Nanjing-Universität für Militäringenieurwesen in Minenkunde, Minenräumung und Entschärfung von selbstgebauten Sprengkörpern geschult. Die Berichte enthalten Fotografien: russische Soldaten in Uniform, chinesische Ausbilder nebenan.
«Das Training fand an mehreren Trainingsstützpunkten in China statt und wurde von Hunderten russischen Militärangehörigen erhalten. China leugnet dies, aber die EU hat unbestreitbare Beweise.»
Ungenannter hochrangiger EU-Beamter – Ukrainische Wahrheit
Ein wichtiger Schwerpunkt der Geheimdienste: Unter den Ausgebildeten befinden sich nicht nur einfache Soldaten, sondern auch Ausbilder und Offiziere, die neue Taktiken die Befehlskette hinunter weitergeben können. Dies vervielfacht die Auswirkungen jedes Geschulten.
Ein neues Phänomen vor dem Hintergrund eines alten Musters
Besuche chinesischer Militärangehöriger in Russland zu Schulungszwecken finden mindestens seit 2024 statt. Aber die Ausbildung von russischem Personal direkt in China ist ein qualitativer Schritt nach vorne. Wie zwei Geheimdienst-Beamte bemerken, deutet dies auf eine tiefere Verwicklung Pekings in den Krieg hin, als bisher bekannt war.
Im September 2025 berichtete Reuters bereits: Chinesische Fachleute von Privatunternehmen entwickelten Kampfdrohnen für einen russischen Hersteller von Angriffs-Drohnen. Beide Unternehmen wurden einen Monat später mit EU-Sanktionen belegt. Der Handel zwischen Russland und China näherte sich einem Rekord von etwa 250 Milliarden Dollar pro Jahr an – und ein großer Teil ist an Komponenten mit doppeltem Verwendungszweck gebunden.
Die Ökonomin des Peterson-Instituts für internationale Wirtschaft Elina Ribakova beschreibt dieses Modell als «symbiotisch, aber zutiefst asymmetrisch»: Für Russland ist China unverzichtbar geworden, während Peking Moskau als vorteilhaft, aber nicht kritischen Partner sieht. Dies bedeutet, dass Druckmittel auf China vorhanden sind – die Frage ist, ob der Westen bereit ist, sie einzusetzen.
Reaktion Pekings und nächster Schritt Brüssels
Das chinesische Außenministerium antwortete Reuters mit einer standardisierten Floskel: Peking «vertritt konsequent eine objektive und unparteiische Position» und «befördert friedliche Verhandlungen». Die Tatsache der Schulung wurde geleugnet.
Nach Angaben von Europäische Pravda sollten Fragen zu den Beziehungen zwischen der EU und China – einschließlich der Beweise für die Schulungen – von den Außenministern der Europäischen Union am Montag, den 16. Juni, diskutiert werden. Während Brüssel diskutiert, stellt das Carnegie Endowment fest: Aktive Strafmaßnahmen der EU gegen China «bleiben weit hinter kritischen Worten zurück».
- Drohnen und elektronische Kriegsführung – Hauptfokus der Schulungen, unmittelbar relevant für die laufenden Kämpfe in der Ukraine
- Minenkunde und Minenräumung – separater Kurs in Nanjing, November 2025
- Multiplikatoreffekt – unter den Geschulten befinden sich Ausbilder, die das Wissen weitergeben werden
- Vereinbarung unterzeichnet am 2. Juli 2025 – konkretes Datum, konkrete Unterzeichner, konkrete Stützpunkte
Sollten die Außenminister der EU am 16. Juni keine Mechanismen der Reaktion einleiten – weder neue Sanktionen gegen chinesische Strukturen noch konkrete diplomatische Konsequenzen – erhält Peking ein Signal, dass der Preis für direkte Beteiligung am Krieg null bleibt.