Drohne mit Sprengstoff in der Nähe des ukrainischen "Antonow" in Leipzig: Warum Deutschland seinen Luftraum immer noch nicht schützen kann

Der Zwischenfall in Leipzig ist ein weiterer Beweis dafür, dass Drohnen über kritischer Infrastruktur in Europa zur Norm rather als zur Ausnahme geworden sind. Die Frage ist nicht "wer", sondern warum es immer noch keinen effektiven Schutz gibt.

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Ein Frachtflugzeug Antonow An-124 mit ukrainischer Registrierung stand auf dem Vorfeld des Flughafens Leipzig, als in der Nähe eine Drohne mit Zünder entdeckt wurde. Die Polizei Niedersachsens eröffnete ein Verfahren nach dem Straftatbestand von Verbrechen gegen die Staatssicherheit — eine Formulierung, die in Deutschland selten verwendet wird. Der Drohnenoperator wurde bisher nicht gefunden.

Die Geschichte hat eine Fortsetzung, die interessanter ist als die Entdeckung selbst: Das Frachtflugzeug, das aufgrund der Sperrung der Landebahn umgeleitet wurde, kollidierte 6 Kilometer vom Flughafen entfernt in einer Höhe von 400 Metern mit einem unbekannten Objekt und landete in Hannover mit Schäden am Bug. Niemand hat offiziell bestätigt, dass es sich um dieselbe Drohne handelte oder um ein damit verbundenes Objekt — und genau diese Ungewissheit zeigt das Ausmaß des Problems.

Dies ist bereits nicht der erste Fall — und darin liegt das Wesentliche

Im letzten Jahr wurden Drohnen über deutschen Flughäfen, Militärobjekten und Infrastruktur Dutzende Male registriert. Leipzig ist ein Logistik-Drehkreuz, durch das ein großer Teil der Frachten für die Ukraine verläuft, einschließlich militärischer Hilfe. Das ukrainische „Antonow"-Flugzeug hier ist kein zufälliger Nachbar, sondern ein wahrscheinliches Ziel oder zumindest ein willkommener Anlass, um die Reaktion der deutschen Dienste zu testen.

Ein praktischer Aspekt, der selten erwähnt wird: Die meisten europäischen Flughäfen verfügen nicht über Systeme zur Erkennung und Neutralisierung von Drohnen in Echtzeit. Die Sperrung einer Landebahn für einige Stunden ist kein Schutz, sondern eine Kapitulation vor einem Problem, das niemand schnell zu lösen versteht.

Die Polizei sagt, dass für die Bevölkerung keine Gefahr besteht. Aber ein Flughafen, der seinen Flugbetrieb für einige Stunden aufgrund einer unbekannten Drohne einstellt, demonstriert nicht die Kontrolle über die Situation, sondern deren Abwesenheit.

Wer profitiert vom Chaos im deutschen Himmel

Die Version einer Sabotage gegen die ukrainische Luftfahrt ist logisch, aber nicht die einzige. Drohnen über der Infrastruktur sind auch eine Möglichkeit, die Reaktion der Sicherheitsdienste zu testen, wirtschaftliche Schäden durch Flugverspätungen zu verursachen und Ungewissheit vor eventuellen politischen Entscheidungen zur Unterstützung der Ukraine zu säen. Deutschland diskutiert derzeit neue Waffenlieferungen, und zeitliche Übereinstimmungen sind selten Zufall.

Die Ermittlungen werden von zwei Polizeibehörden geführt — von Niedersachsen und Sachsen — was an sich die Koordination erschwert. Wenn der Drohnenoperator nicht in den nächsten Tagen gefunden wird, wird sich die Spur höchstwahrscheinlich verlaufen — wie es bereits in früheren ähnlichen Vorfällen in Europa vorgekommen ist.

Die Frage für die nächsten Wochen ist einfach: Wird dieser Zwischenfall zu echten Investitionen in Drohnenabwehrsysteme über kritischer Infrastruktur führen, oder bleibt er ein weiterer Punkt auf der langen Liste „Ermittlungen laufen"?

Weltnachrichten