Litauen wandte sich wegen Wolkow an die Geheimdienste — droht ein Nawalny-Anhänger seinen vorläufigen Aufenthaltsstatus zu verlieren?

Nach der Veröffentlichung von Screenshots des Schriftverkehrs hat der litauische Migrationsdienst die Geheimdienste um eine Einschätzung gebeten. Die Entscheidung wird nicht nur eine Person betreffen – sie stellt die Bereitschaft der europäischen Länder, die Demokratie zu schützen und gleichzeitig ihre eigene Sicherheit zu gewährleisten, auf die Probe.

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Was passiert ist

Die litauische Migrationsbehörde hat sich an den Staatssicherheitsdienst in Bezug auf den in dem Land lebenden russischen Staatsbürger Leonid Wolkow gewandt. Das berichtete Delfi: Nach Erhalt einer Antwort vom Geheimdienst könnte die Frage der Aufhebung des vorübergehenden Aufenthaltsstatus für Wolkow aufkommen.

"Endlich hat tatsächlich eine Denazifizierung stattgefunden. Der Nazi ist verreckt, der allein durch seine Existenz ein Geschenk für die Kreml-Propaganda war..."

— Leonid Wolkow, Screenshot der Korrespondenz (veröffentlicht von Anna Tiron)

Details der Korrespondenz und Kontext

Die Screenshots des Schriftverkehrs, veröffentlicht von der politischen Vertreterin des Russischen Freiwilligenkorps (RDK) Anna Tiron, enthalten Äußerungen der Freude über den angeblichen Tod des RDK-Kommandeurs Denis Kapustin sowie Wünsche, mehrere ukrainische Amtsträger inhaftiert zu sehen. Der Schriftverkehr ist auf den 29. Dezember datiert und war Anlass für das Vorgehen der Migrationsbehörde.

Zwei Tage zuvor hatte das RDK den Tod Kapustins gemeldet, doch bereits am 1. Januar teilte die ukrainische Militäraufklärung mit, dass der Tod inszeniert worden sei und die Gelder, die Russland angeblich für dessen Liquidierung bereitgestellt hatte, stattdessen zur Unterstützung der Verteidiger verwendet worden seien. Reuters hatte zuvor Kapustins Verbindungen zu radikalen Kreisen in Russland beschrieben und darauf hingewiesen, dass die Charakterisierung einzelner Kommandeure oft komplexer ist als vereinfachende Etiketten in den Medien.

Warum das für die Ukraine und die EU wichtig ist

Diese Geschichte handelt nicht nur von privaten Nachrichten: Sie berührt das Gleichgewicht zwischen Strafverfolgungs- und Migrationsmechanismen in der EU. Wenn ein aufnehmendes Land feststellt, dass eine aufgenommene Person zu Gewalt aufruft oder sich darüber freut und Verbindungen zu militärischen Einheiten hat, stellt dies sowohl die Sicherheit als auch den politischen Ruf des Gastgebers in Frage.

Die eigentliche Frage — ob die europäischen Institutionen diejenigen, die ein Risiko darstellen, unverzüglich herausfiltern können, ohne die Mechanismen des Schutzes für echte Flüchtlinge zu untergraben. Für die Ukraine ist es ebenfalls ein Test: Wie die Partner auf Bedrohungen reagieren, die von Akteuren ausgehen, die direkt oder indirekt die Sicherheitsinteressen unseres Landes berühren.

Was die Quellen sagen

Laut Delfi hat die Migrationsbehörde eine offizielle Anfrage an den Geheimdienst gestellt. Die ukrainische Militäraufklärung hat die Inszenierung von Kapustins Tod festgestellt und erklärt, dass die Gelder, die angeblich zu seiner Liquidierung vorgesehen waren, umverteilt wurden.

Reuters liefert zusätzlichen Kontext zu Kapustins früheren Verbindungen zu radikalen Gruppierungen und betont, dass die Charakterisierung einzelner Kommandeure oft komplexer ist als vereinfachende Etiketten in den Medien.

Fazit

Die Entscheidung der litauischen Behörden wird zeigen, wie schnell die EU Migrationspolitik mit Fragen der nationalen Sicherheit verbinden kann. Für die Ukraine ist es wichtig, dass die Partner konsequent handeln: Erklärungen zur Unterstützung der Sicherheit müssen durch konkrete Maßnahmen untermauert werden. Ob der Fall Wolkow zu einem Präzedenzfall für strengere Überprüfungen von Bewohnern mit verdächtigen Verbindungen wird, ist eine Frage, auf deren Antwort man wartet.

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