Die Grenze zur nicht anerkannten Transnistrischen Moldauischen Republik — 405 Kilometer, wo noch immer Überreste der 14. Gardeearmee Russlands stationiert sind — entwickelt sich zu einem eigenständigen Theater der Verteidigungsplanung. Das Operative Kommando „Westen" hat erstmals detailliert dargelegt, was dort vor sich geht.
Drei Verteidigungsschichten statt eines einfachen Zauns
Seit Ende März führen Ingenieureinheiten zusammen mit Grenzschutzbeamten umfangreiche Arbeiten durch: Minenverlegung, Installation von Stacheldraht „Jegosha" und autonome Videoüberwachungskomplexe entlang der gesamten Grenzlänge. Parallel dazu erfolgt die Verlegung zusätzlicher Einheiten der mechanisierten Truppen mit Panzerfahrzeugen. Wie das OK „Westen" berichtet, wird eine mehrstufige Kontrollinie aufgebaut, die es ermöglicht, auf Grenzverletzungen schnell zu reagieren, statt erst danach zu handeln.
Zur ingenieurwissenschaftlichen Komponente kommen erweiterte Kapazitäten medizinischer Einrichtungen in Grenzregionen und Unterstützung der Transportinfrastruktur hinzu — Logistik für den Fall, dass dieser Frontabschnitt aktiv wird. Bemerkenswert ist, dass die Mitteilung des OK „Westen" besonders die Bereitschaft der Zivilbevölkerung zum Widerstand unterstreicht — nicht nur der Militärs.
Was auf der anderen Seite geschieht
Die Vorbereitung der ZSU ist keine reine Vorsichtsmaßnahme: Im September 2025 bestätigte ein moldauischer Politiker, dass auf dem Territorium Transnistriens Betriebe zur Drohnenproduktion geplant sind — insbesondere in den Werken „Moldawizolith" und „Elektromasch" in Tiraspol. Der GUR hatte zuvor vor einer Aktivierung russischer Geheimdienste in der Region und Versuchen Moskaus gewarnt, die Ukraine dazu zu zwingen, ihre Reserven zu zersplittern.
„Eine großangelegte Offensive russischer Truppen von Transnistrien aus ist derzeit unmöglich, aber Moskau könnte zu anderen gefährlichen Maßnahmen greifen — Aktivierung von Sabotagegruppen, Minierung der Logistik, Drohnenanschläge auf die Häfen- und Energieinfrastruktur der Region Odessa".
Dmytro Sneguirow, Militärexperte, Co-Vorsitzender der NGO „Prawydschtschina"
Ein separater Indikator ist der Anschlag auf die Brücke über den Dnestr bei Majaki im Dezember 2024: Die Entfernung von Tiraspol zum Ziel beträgt 30 Kilometer — eine Reichweite, in der eine Sabotagegruppe ohne komplexierte Logistik operieren kann.
Moldau treibt inzwischen Russland hinaus
Vor dem Hintergrund ukrainischer Vorbereitungen hat Kischinau eigene Schritte unternommen: Es erklärte Vertreter des Kommandos der Operativen Gruppe der russischen Streitkräfte in Transnistrien zur Person non grata, und Präsidentin Maia Sandu entzog neun Beamten der nicht anerkannten Republik die Staatsbürgerschaft. Dies verringert Moskaus Spielraum für diplomatische Manöver, berührt aber nicht die Einheit vor Ort — etwa 1–1,5 Tausend Militärangehörige nach Zelenskyjs Schätzung.
- ~1–1,5 Tausend Militärangehörige der OGRV bleiben in Tiraspol und Kovasna
- Das Munitionslager in Kovasna gehört zu den größten in der Region
- 2025 verhaftete der SBU einen Spion aus Transnistrien, der Entwicklungen im Bereich der unbemannten Fluggeräte stehlen wollte
Falls die Drohnenproduktion in Tiraspol tatsächlich anlaufen sollte und erste Anschläge auf die Hafeninfrastruktur von Odessa erfolgen — wird dies zeigen, ob die derzeitigen drei Verteidigungsschichten ausreichen, um nicht eine Armee, sondern einen Schwarm von Drohnen aus einer Entfernung von 30 Kilometern zu stoppen.