Nächtlicher kombinierter Angriff: 242 Drohnen und 36 Raketen – was bedeutet das für die Verteidigung der Ukraine?

Russland kombinierte einen massiven Angriff mit Drohnen und Raketen, einschließlich ballistischer Raketen vom Testgelände Kapustin Jar. Wir analysieren die Taktik, die Folgen für die kritische Infrastruktur und was das für die Anforderungen an die Luftverteidigung bedeutet.

42
Aktie:

Kern des Ereignisses

In der Nacht zum 9. Januar hat Russland einen kombinierten Schlag gegen die Ukraine geführt — den Luftstreitkräften zufolge wurden 242 Drohnen registriert (etwa 150 davon waren 'Shahed'-Angriffs­drohnen) und 36 Raketen. Unter den Raketen befanden sich 13 ballistische «Iskander‑M»/S‑400, 22 Marschflugkörper «Kalibr» aus dem Gebiet des Schwarzen Meeres und eine ballistische Mittelstreckenrakete, abgefeuert vom Truppenübungsplatz „Kapustiny Jar“.

"Bewegungen von 242 Drohnen, von denen etwa 150 'Shahed'-Angriffs­drohnen waren, und 36 Raketen wurden in der Nacht registriert. Die Flugabwehrkräfte zerstörten 226 Drohnen, 8 ballistische Raketen und 10 'Kalibr'-Marschflugkörper."

— Luftstreitkräfte der Streitkräfte der Ukraine

Was genau eingesetzt wurde und woher

Der Angriff kombinierte verschiedene Waffentypen: Massen­­drohnen zur Überlastung der Luftabwehr und schnell fliegende ballistische sowie Marschflugkörper zur Zerstörung kritischer Infrastruktur. Besonders beunruhigend ist der Einsatz einer Mittelstreckenrakete vom Truppenübungsplatz „Kapustiny Jar“ — dieser Übungsplatz wird mit dem früheren Angriff «Oreshnik» auf Dnipro im Jahr 2024 in Verbindung gebracht.

Verteidigung und Verluste

Die ukrainische Flugabwehr arbeitete intensiv: offiziellen Angaben zufolge wurden 226 Drohnen, 8 ballistische und 10 Marschflugkörper abgeschossen. Dennoch wurden Einschläge von 18 Raketen und 16 Angriffs­drohnen an 19 Orten registriert. Bei den Angriffen in Kiew wurden vier Menschen getötet, Dutzende verletzt, darunter medizinisches Personal; in der Hauptstadt kam es zu Ausfällen bei Strom, Wasser und Heizung. In Lwiw (Lemberg) traf eine Rakete ein Objekt der kritischen Infrastruktur — die ballistische Rakete bewegte sich dort mit einer Geschwindigkeit von etwa 13.000 km/h.

Kontext und Motivation des Gegners

Offizielle russische Quellen bezeichneten den Schlag als angebliche Reaktion auf "Angriffe" auf die Residenz ihres Staatschefs — ein Narrativ, das der Gegner zuvor zur Eskalation nutzte. Taktisch erlaubt die Kombination aus Massen­drohnen und hochpräzisen Raketen, Luftabwehrsysteme gleichzeitig zu erschöpfen und gezielte Treffer auf Infrastruktur zu erzielen.

Was das für die Ukraine und ihre Partner bedeutet

Erstens bestätigt der Vorfall, dass der Gegner die kombinierten Angriffe ausbaut und die Nutzung von Übungsplätzen sowie verschiedener Trägersysteme professionalisiert. Zweitens weisen Analysten auf zwei eng verknüpfte Probleme hin: die Notwendigkeit einer größeren Zahl moderner Luftabwehrsysteme und die Stärkung der Widerstandsfähigkeit kritischer Infrastrukturen (Härtung, Notstromreserven, operative Reaktionspläne).

Angriffe dieses Ausmaßes sind ein Lackmustest für die Partner: Werden diplomatische Erklärungen in zusätzliche Lieferungen von Luftabwehrsystemen, Mitteln zur elektronischen Kriegsführung (EW) und technischer Hilfe zur Wiederherstellung und zum Schutz kritischer Infrastrukturen umgesetzt?

Kurzfazit

Diese Nacht zeigte Erfolge und Verwundbarkeiten: Die Flugabwehr schlug den Großteil der Angriffe nieder, doch die Treffer an zivilen Zielen und die menschlichen Verluste mahnen, dass das Schutzsystem verstärkt werden muss. Die nächste Runde entscheidet sich bei Logistik, Lieferungen und den Entscheidungen unserer Partner.

Weltnachrichten