Was passiert ist
Die Agentur Reuters berichtete unter Berufung auf drei Gesprächspartner aus syrischen Militär- und Sicherheitskreisen, dass die USA am Montag begonnen haben, ihre Truppen aus dem größten Stützpunkt im Nordosten Syriens — Kasrak in der Provinz Hasaka — abzuziehen. Auf Aufnahmen sind Dutzende Lastwagen zu sehen, von denen einige gepanzerte Fahrzeuge transportierten und in Richtung Qamischli fuhren.
Kontext und Verlauf der Operation
Nach Angaben von Quellen ist dies Teil einer größeren Truppenverlagerung, die vor dem Hintergrund der verstärkten Kontrolle der syrischen Regierungskräfte über die nordöstlichen Gebiete stattfindet. Sollte der Abzug abgeschlossen werden, bliebe in der Region nur noch ein von den USA geführter Koalitionsstützpunkt — in Rmelan nahe der Grenze zum Irak. Die US-Truppen waren seit über zehn Jahren in Kasrak stationiert und dienten als Hauptquartier der Koalition im Kampf gegen den Islamischen Staat.
Was offizielle Quellen sagen
"Wir werden die künftige Struktur der Kräfte oder die Zahl der Truppen nicht erörtern, um die operationelle Sicherheit zu gewährleisten."
— Ein namentlich nicht genannter Vertreter des Pentagons
Reuters zitiert außerdem zwei Gesprächspartner, die die Dauer der Operation unterschiedlich einschätzten: Einer sagte, der Abzug könne etwa einen Monat dauern, der andere vermutete einige Wochen. Eine offizielle Bestätigung darüber, ob dies ein vorübergehender oder dauerhafter Schritt sei, gibt es bislang nicht.
"Der Abzug der Truppen werde voraussichtlich etwa einen Monat dauern, aber es sei unklar, ob dies vorübergehend oder dauerhaft sei."
— Einer der Gesprächspartner von Reuters
Warum das wichtig ist
Sicherheit gegenüber dem IS: Die jüngsten Angriffe, darunter auch ein Hinterhalt am 13. Dezember 2025 in Palmyra, nach dem die USA und Jordanien eine Reihe von Schlägen gegen IS-Stellungen führten, unterstreichen, dass die Gefahr eines terroristischen Wiederauflebens weiterhin besteht. Der Abzug von Kräften aus einem Schlüsselpunkt erschwert Überwachung und schnelles Eingreifen.
Machtbalance und Politik der Verbündeten: Die Verlegung amerikanischer Einheiten deutet auf eine Änderung der Prioritäten oder auf eine Anpassung an neue Realitäten vor Ort hin. Für Verbündete ist es eine Probe: Werden Bekundungen der Unterstützung in verlässliche Garantien umgesetzt, oder bleiben sie zeitlich begrenzt?
Folgen für die Region und Lehren für die Ukraine
Für die Ukraine ist dieser Vorfall eine wichtige Erinnerung: Selbst starke Partner können ihre militärische Präsenz als Reaktion auf geopolitische Verschiebungen ändern. Die Stärkung der Verteidigungsfähigkeit, Aufklärungsfähigkeiten und diplomatischen Netzwerke sind Mittel, um Schwankungen in der Präsenz von Verbündeten auszugleichen.
Fazit
Der Abzug aus Kasrak ist nicht nur ein taktischer Manöver vor Ort, sondern ein Signal für eine neue Phase der operativen Präsenz der USA in der Region. Die Schlüsselfrage lautet nun: Wird die internationale Koalition über ausreichende Mittel verfügen, um den IS einzudämmen und Stabilität zu sichern? Von der Antwort hängt die Sicherheit einer großen Region ab — und das betrifft nicht nur Syriens Grenzen.