Noworossijsk unter Beschuss: Zwei Ölterminals "Sescharis" und "Grushova" brennen gleichzeitig

In der Nacht zum 23. Mai griffen Drohnen die Ölinfrastruktur von Noworossijsk an — NASA FIRMS registrierte Brandquellen an beiden Objekten. Die russische Behörden bestätigten den Brand, führten ihn aber in gewohnter Manier auf „Drohnenfragmente" zurück.

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Порт Новоросійськ (Ілюстративне фото: ресурс окупантів)

In der Nacht zum 23. Mai wurde Noworossijsk erneut von einem Drohnenanschlag heimgesucht. Diesmal trafen die Anschläge gleich zwei Ölanlagen: das Seehafen-Terminal „Sheskharis" und die Ölbasis „Grushowa Balka", die etwa 12 km voneinander entfernt liegen.

Was brennt und wo

Das Terminal „Grushowa" gehört dem Unternehmen „Chernomortransneft" und gilt als einer der größten Ölspeicher im Kaukasus — unterirdische und oberirdische Tanks mit einer Gesamtkapazität von etwa 1,2 Millionen Tonnen. „Sheskharis" ist der Endpunkt der Fernleitungen von „Transneft" und führt direkt zum Seepier zum Laden von Tankern.

Der amerikanische Satellittenüberwachungsdienst NASA FIRMS registrierte um 02:48 Uhr aktive Feuer auf dem Terminalgelände. Anwohner beschrieben ein helles Feuer und dichten Rauch, der in großer Entfernung sichtbar war.

Die offizielle Version — und was daran nicht stimmt

Der Operativstab der Region Krasnodar berichtete von Bränden in „mehreren technischen und administrativen Gebäuden" und führte dies auf „Trümmerfälle von Drohnen" zurück. Der Bürgermeister von Noworossijsk, Andrej Kravchenko, präzisierte, dass zwei Menschen während der „Abwehr des Angriffs" verletzt wurden.

„Die ganze Nacht über haben unsere Militärs einen massiven Anschlag mit ukrainischen Drohnen abgewehrt. Der stärkste Schlag traf Noworossijsk, wir haben dort den Notfall-Betriebszustand ausgerufen".

— Gouverneur der Region Krasnodar Wenjamin Kondratjew

Die Formulierung „Trümmer" ist eine Standard-Rhetorik Russlands, um einen Treffer einzugestehen, ohne ein Loch in der Luftverteidigung zuzugeben. Die OSINT-Analyse des Telegram-Kanals ASTRA registriert starke Rauchwolken über den Tanks-Lagern beider Terminals, was nicht dem Bild eines „einzelnen Trümmerstücks" entspricht.

Taktischer Kontext

„Sheskharis" wurde bereits früher getroffen — etwa im April 2025 bestätigte der Generalstab der Streitkräfte der Ukraine einen Treffer in die Ölinfrastruktur des Terminals, und im November 2025 einen kombinierten Anschlag mit „Neptun"-Raketen und Drohnen, nach dem Noworossijsk den Ölexport in Höhe von etwa 2,2 Millionen Fässern vorübergehend einstellte. Dabei wurden sechs der sieben Öl-Lade-Positionen beschädigt.

Anschläge auf die Öllogistik von Noworossijsk haben eine direkte wirtschaftliche Logik: Durch diesen Hafen läuft ein großer Teil der russischen Ölexporte ins Mittelmeer. Jede Unterbrechung des Umschlags ist ein Verlust von Deviseneinnahmen, die den Krieg finanzieren.

  • Terminal „Grushowa": Tanks mit einer Gesamtkapazität von ~1,2 Millionen Tonnen, gehört zum Produktionskomplex „Sheskharis"
  • Terminal „Sheskharis": Endpunkt der Fernleitungen von „Transneft", Seeablauf für Tanker
  • NASA FIRMS: Satellit registrierte das Feuer um 02:48 Uhr — mehrere Stunden nach der Luftalarm-Ankündigung um 19:06 Uhr

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lagen keine Bestätigungen vom Generalstab der Streitkräfte der Ukraine oder vom SBU zu diesem konkreten Anschlag vor — ohne diese bleibt das Ausmaß des Schadens Gegenstand einer Einschätzung und nicht eine Tatsache.

Sollte der Generalstab Schäden an den Tank-Lagern bestätigen — und nicht nur an der „Infrastruktur" — würde dies ein qualitativ anderes Ausmaß der Zerstörung bedeuten: Die Wiederherstellung von Tanks dauert Monate, nicht Wochen.

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