Präsident Wolodymyr Zelenskyj bestätigte, dass Russland in der Nacht zum 24. Mai die Hyperschallrakete „Oreschnik" gegen Bila Zerkwa in der Region Kiew eingesetzt hat. Dies ist einer der wenigen dokumentierten Fälle der Verwendung dieser Waffenart gegen die Ukraine.
Nach Angaben Zelenskyjs wurde der Schlag gegen eine Stadt mit einer Bevölkerung von über 200.000 Menschen geführt. Der Präsident berichtete von Zerstörungen und Verletzten, wobei die detaillierten Angaben zu Opfern noch überprüft werden. Die lokale Infrastruktur wurde beschädigt — die Behörden geben keine Einzelheiten zu spezifischen Objekten aus Sicherheitsgründen bekannt.
Die „Oreschnik" ist eine russische Hyperschall-Mittelstrecken-Ballistische Rakete, die Moskau erstmals im November 2024 gegen die Ukraine über dem Dnipro einsetzte. Die Rakete fliegt mit einer Geschwindigkeit, die eine Abwehr durch bestehende Flugabwehrsysteme unmöglich macht, einschließlich Patriot. Sie trägt einen Cluster-Sprengkopf mit mehreren Gefechtsköpfen — jeder zerstört einen separaten Punkt im Umkreis von mehreren hundert Metern um das Ziel.
Der Schlag auf Bila Zerkwa ist keine zufällige Wahl eines Außenbezirks. Die Stadt liegt 80 Kilometer von Kiew entfernt und verfügt über eine entwickelte Industriezone. Sollte Russland die „Oreschnik" systematisch gegen Städte in einem Umkreis von 100 Kilometern um die Hauptstadt einsetzen, würde dies die Logistik der Evakuierung und der Verlagerung von Produktionskapazitäten, die die Ukraine in den Westen verlegt, verändern.
Der Einsatz der „Oreschnik" verschärft eine Frage, die bisher unbeantwortet bleibt: Wird die Ukraine Technologien oder Systeme erhalten, die in der Lage sind, diesen Waffentyp zu neutralisieren — und wenn ja, unter welcher konkreten Bedingung werden sich die Verbündeten bereit erklären, diese zu übertragen?