Vor "Rammstein": Warum Luftverteidigung und gemeinsame Produktion wichtiger sind als eine neue Waffencharge

Chmara sprach mit Rutte und Pistorius nicht über weitere Militärhilfe, sondern darüber, wie man die Unterstützung systematisch gestaltet – durch gemeinsame Produktion und Deckung des Haushaltsdefizits von 27 Milliarden Dollar.

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Євген Хмара, 5 вересня 2026 року (Фото: Міноборони)

Wenn ein Verteidigungsminister nur wenige Tage vor dem Treffen in Ramstein ein Gespräch mit dem NATO-Generalsekretär führt, geht es selten um Höflichkeit. Am 5. September führte Jewgen Chmara Online-Verhandlungen mit Mark Rutte und Boris Pistorius, und der praktische Unterton beider Gespräche — Geld und Luftraum, nicht abstrakte "Partnersolidarität".

Ein Defizit, das sich nicht von selbst auflöst

Premierminister Korezkyj hat bereits eine Ziffer genannt: 27 Milliarden Dollar Defizit im Verteidigungshaushalt. Dies ist kein hypothetisches Problem für die Zukunft — es ist eine Summe, die jetzt gedeckt werden muss, um im Herbst nicht die Frage nach Soldatenlöhnen aufkommen zu lassen. Im Obersten Rat wird versichert, dass vorerst keine Gefahr besteht, aber "vorerst" ist das Schlüsselwort, wenn es um den Kriegshaushalt geht.

Deshalb hatte das Gespräch mit Pistorius eine konkrete Dimension: nicht nur Unterstützung, sondern Finanzierung von Verteidigungsbedarf. Deutschland ist einer der wenigen Partner, der einen Teil dieses Lochs ohne lange bürokratische Genehmigungen schließen kann.

Luftverteidigung als Priorität Nr. 1, nicht als Listenpunkt

Das Gespräch mit Rutte konzentrierte sich auf Systeme der Luftverteidigung. Dies ist an sich keine Neuigkeit — die Ukraine fordert Luftverteidigung seit dem ersten Jahr des vollflächigen Krieges. Die Neuigkeit ist, dass dies wieder oberste Priorität am Vorabend von Ramstein ist, das der britische Minister Wes Streeting gerade wegen der verstärkten Luftangriffe der RF initiiert hat.

"Die Ukraine rechnet mit fortgesetzter Einheit der Partner und schnellen Entscheidungen, die notwendig sind, um Leben zu schützen und die Front zu stärken", heißt es in einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums.

Die Phrase "schnelle Entscheidungen" ist hier nicht nur rhetorisch: Vor einem schwierigen Winter bedeutet jede Woche Verzögerung bei Luftverteidigungssystemen neue Anschläge auf Energieinfrastruktur und ungeschützte Brücken.

Unerwarteter Fokus: Produktion statt Lieferungen

Der interessanteste Moment im Gespräch mit Pistorius ist nicht die Finanzierung, sondern die Entwicklung einer gemeinsamen deutsch-ukrainischen Rüstungsindustrie. Dies ist eine Verschiebung von der Logik "gebt uns Waffen" zur Logik "bauen wir Produktion zusammen" — ein grundlegend anderer Typ der Abhängigkeit vom Partner.

Gemeinsame Produktion bedeutet Lokalisierung von Technologien in der Ukraine, weniger Abhängigkeit von Lieferplänen und möglicherweise schnelleren Ersatz von verlorenen Waffen. Aber es ist auch ein langer Prozess: Fabriken werden nicht in einem Monat gebaut, und die Front braucht jetzt Lösungen.

Was Ramstein zeigen wird

Das Ramstein-Format ist bereits bewährt: es funktioniert, wenn Partner mit konkreten Zahlen kommen, nicht mit Deklarationen. Die Frage dieses Treffens ist einfach — werden die NATO-Länder zumindest einen Teil des 27-Milliarden-Dollar-Defizits schließen und die Lieferung von Luftverteidigungssystemen beschleunigen, bevor die RF Winteranschläge auf die Energieinfrastruktur als Hauptdruckmittel nutzt.

Wenn das neue Ramstein konkrete Zahlen zur Finanzierung und Lieferterminen für Luftverteidigungssysteme bringt — wird der Winter schwierig, aber zu bewältigen sein. Wenn es sich nur auf Unterstützungserklärungen beschränkt — könnte die Frage nach Soldatenlöhnen, die jetzt im Rat zu einem Thema gemacht wird, bereits in wenigen Wochen zurückkehren.

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