Was Dänemark sagte
Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen warnte, dass, sollten die Vereinigten Staaten zu militärischen Maßnahmen gegen Grönland — eine selbstverwaltete Insel im Königreich Dänemark — greifen, dies faktisch einen Schlussstrich unter die Nordatlantische Allianz ziehen würde. Das berichtet der Fernsehsender TV2, der ihre Erklärung zitiert.
«Aber ich möchte auch klarstellen, dass, wenn die USA beschließen sollten, ein anderes NATO-Land militärisch anzugreifen, dann ist alles vorbei. Einschließlich unserer NATO und damit der Sicherheit, die seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs gewährleistet war»
— Mette Frederiksen, Ministerpräsidentin Dänemarks
Kontext: Warum wieder über Grönland gesprochen wird
Das Interesse der USA an Grönland ist nicht neu. Im Jahr 2019 berichteten die Medien ausführlich über Versuche der US-Administration, die Möglichkeit eines Kaufs der Insel zu erörtern; nach jenen Äußerungen betonte Dänemark die Unveränderlichkeit seiner Hoheitsrechte und seiner Bündnisverpflichtungen. Neuere öffentliche Andeutungen über Kontrolle oder dominanten Einfluss schaffen einen gefährlichen Präzedenzfall.
Warum das für die Sicherheit wichtig ist
Die Rhetorik großer Staaten in Bezug auf die Souveränität von Verbündeten untergräbt einen zentralen Mechanismus kollektiver Verteidigung — Vertrauen und Vorhersehbarkeit. NATO existiert als Abschreckungsmechanismus gerade deshalb, weil Staaten zustimmen, Grenzen nicht mit Gewalt zu verändern. Eine Verletzung dieses Prinzips schwächt sowohl die Fähigkeit des Bündnisses, Verteidigung zu koordinieren, als auch den politischen Willen der Partner, Drittländern, insbesondere der Ukraine, Hilfe zu leisten.
Was Experten sagen
Sicherheitsanalysten weisen darauf hin: Selbst rhetorische Angriffe auf internationale Normen haben praktische Folgen — von einer verringerten Bereitschaft der Staaten zu gemeinsamen Einsätzen bis hin zu Erschwernissen beim Austausch von Geheimdienstinformationen und der Logistik. Bemühungen zur Gewährleistung der Sicherheit in der Arktis laufen ebenfalls Gefahr, Gegenstand geopolitischer Auseinandersetzungen zu werden, was die gesamteuropäische Stabilität schwächen würde.
Fazit
Die Erklärung Frederiksen ist eine Mahnung: Die Worte der Führungsmächte haben Gewicht, und ihre Implikationen gehen über einzelne Inseln hinaus. Für die Ukraine ist dies ein weiteres Signal, dass Sicherheitsgarantien und internationale Regeln in konkrete, rechtlich verankerte Kooperationsmechanismen überführt werden sollten. Reichen den Verbündeten politischer Wille und geeignete Verfahren aus, um Warnungen in reale Garantien umzusetzen?