Das Oberste Haus der Ukraine hat Änderungen am Staatshaushalt für 2026 vorgenommen: Die Ausgaben für Sicherheit und Verteidigung wurden um 1,56 Billionen Hrywnja erhöht. Separat vorgesehen sind 559,1 Millionen Hrywnja für die Energiewirtschaft. Die Abstimmung fand statt, nachdem die Ukraine eine neue Kredittranche der Europäischen Union erhalten hatte.
Der Mechanismus ist einfach: Die externe Finanzierung ermöglicht es, den Ausgabenteil zu erhöhen, ohne den Haushalt formal aus dem Gleichgewicht zu bringen. Dies ist jedoch ein Darlehen, kein Zuschuss — die Schuldenlast wächst zusammen mit den Verteidigungsausgaben.
1,56 Billionen Hrywnja — das ist keine Abstraktion. Zum Vergleich: Der gesamte Staatshaushalt der Ukraine vor dem Krieg im Jahr 2021 betrug etwa 1,3 Billionen Hrywnja. Mit anderen Worten: Eine einzelne Haushaltsänderung übersteigt den Jahreshaushalt des Landes von vor vier Jahren.
Die Bereitstellung von 559,1 Millionen Hrywnja für die Energiewirtschaft wirkt bescheidener, spiegelt aber eine separate Logik wider: Energieinfrastruktur ist nicht nur ein ziviles Bedürfnis, sondern auch eine direkte militärische Verwundbarkeit. Die Anschläge auf Umspannwerke und Wärmekraftwerke in den Jahren 2024–2025 haben die Energiewirtschaft faktisch zu einem Teil des Verteidigungsperimeters gemacht.
Die Schlüsselfrage, die die Haushaltsänderung nicht beantwortet: Gibt es einen öffentlichen Kontrollmechanismus dafür, wie genau diese 1,56 Billionen ausgegeben werden — und wird er eingeführt, bevor das Geld verausgabt wird?